{"title":"Gehrorgane: Infobox I","body":"<STRONG>Geh&#246;rorgane<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR><I>H&#246;rtheorie von B&#233;k&#233;sy:<\/I> Eine frequenzabh&#228;ngige Erregung der Rezeptoren im Cortischen Organ wird nach G. von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/7848'>B&#233;k&#233;sy<\/A> dadurch erreicht, da&#223; sich die Schwingungen der Basilarmembran nicht, wie H. von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/31185'>Helmholtz<\/A> annahm (Resonanztheorie), in Form einer stehenden Welle ausbilden, sondern als Wanderwelle entlang dieser Membran verlaufen; d.h., die Wanderwellen beginnen am ovalen Fenster, breiten sich unter Amplitudenzunahme entlang der Basilarmembran aus, bilden ein frequenzabh&#228;ngiges Maximum und nehmen dann helicotremaw&#228;rts wieder ab (siehe Abb. 5). Eine Erregung der Rezeptoren erfolgt nur im Wellenmaximum. Da jeder Ton ein r&#228;umlich definiertes Wellenmaximum erzeugt, findet auf der Basilarmembran eine Frequenzanalyse von Kl&#228;ngen statt. Die Rezeptoren des Cortischen Organs sind in Reihen angeordnete, von St&#252;tzzellen umgebene <I>Haarzellen,<\/I> die nach ihrer Lage in innere und &#228;u&#223;ere Haarzellen unterschieden werden. W&#228;hrend die inneren Haarzellen in einer einzigen Reihe angeordnet sind, bilden die &#228;u&#223;eren 3 parallele Reihen. &#220;ber dem Cortischen Organ befindet sich die <I>Deckmembran<\/I> (Membrana tectoria), mit der die Haarzellen verwachsen sind. Dies gilt auf jeden Fall f&#252;r die inneren, f&#252;r die &#228;u&#223;eren scheint es ebenfalls zuzutreffen. Ad&#228;quate Reize f&#252;r diese Rezeptoren stellen Scherkr&#228;fte dar. Da die Basilarmembran und die Deckmembran an verschiedenen Stellen der kn&#246;chernen Trennwand befestigt sind, bewirken die von der Innenohrfl&#252;ssigkeit auf diese beiden Membranen &#252;bertragenen Schwingungen ein Verschieben der beiden Membranen gegeneinander, was eine Abbiegung der H&#246;rhaare zur Folge hat. Bei dieser Theorie mu&#223; jedoch eine Nichtlinearit&#228;t der Rezeptoren gefordert werden, da mit der frequenzabh&#228;ngigen Zunahme der Schwingungsamplituden diese Scherkr&#228;fte so gro&#223; werden, da&#223; sie eine Zerst&#246;rung der H&#246;rhaare zur Folge haben k&#246;nnen."}