{"title":"Gravitationsbiologie: Infobox II","body":"<STRONG>Gravitation<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR><I>Schwerelosigkeit<\/I> oder <I>Gewichtslosigkeit<\/I> ist die Bezeichnung f&#252;r das scheinbare Fehlen von Gravitationskr&#228;ften in einem System, das sich im Zustand des <I>freien Falls<\/I> befindet. Ein Mensch (allgemein ein Organismus) in diesem Zustand sp&#252;rt keine Gewichtskraft mehr &#8211; er ist schwerelos. Ein auf der Erdoberfl&#228;che stehender Beobachter empfindet sein <I>Gewicht<\/I> (besser Gewichtskraft), weil der Erdboden ihn daran hindert, in gleichf&#246;rmig beschleunigter Bewegung (infolge der Wirkung der Erdgravitation; Erdbeschleunigung <I>g<\/I> = ca. 9,81 mAs<SUP>&#8211;2<\/SUP>) zum Erdzentrum hin zu fallen, indem er eine der Erdschwerkraft entgegengerichtete, gleich gro&#223;e Gegenkraft auf seine F&#252;&#223;e aus&#252;bt (actio = reactio). Steht der Beobachter in einem (ohne Luftwiderstand) frei fallenden, v&#246;llig verschlossenen Kasten (&#228;hnlich einer Aufzugskabine), so bewegen sich er und der Kastenboden mit exakt der gleichen Beschleunigung nach unten, so da&#223; es keine zwischen dem Boden und seinen F&#252;&#223;en wirkende Kraft mehr gibt und er folglich auch kein Gewicht mehr versp&#252;rt. Die Versuchsperson w&#228;re nicht in der Lage festzustellen, ob sie sich im freien Fall in einem Gravitationsfeld befindet oder fernab von gravitativ wirkenden Massen (antriebslos) im Weltraum dahindriftet. Das Auftreten von Schwerelosigkeit ist also nicht gleichbedeutend mit dem Nichtvorhandensein von Gravitationskr&#228;ften. Der Begriff sagt lediglich aus, da&#223; sich durch einen (wahrnehmungsm&#228;&#223;ig von der Umwelt isolierten) Beobachter keinerlei Gravitationskr&#228;fte nachweisen lassen. Auch in einem antriebslos um die Erde kreisenden Erdsatelliten oder in einer Raumstation &#8211; die quasi &#8222;um die Erde herumfallen&#8220; &#8211;, herrscht nach den obigen &#220;berlegungen Schwerelosigkeit.<BR><\/BR>Der Zustand der Schwerelosigkeit (oder ann&#228;hernden Schwerelosigkeit) l&#228;&#223;t sich nicht nur bei Raumfl&#252;gen z.B. in Erdumlaufbahnen (wie mit dem Space Shuttle oder der Internationalen Raumstation), sondern wesentlich preisg&#252;nstiger auch mit <I>Parabelfl&#252;gen<\/I> von Raketen oder auch Flugzeugen erreichen. In speziellen <I>Fallt&#252;rmen<\/I> sind auch an der Erdoberfl&#228;che kurzzeitig die Bedingungen der Schwerelosigkeit realisierbar. Ein derartiger, 146 m hoher Turm mit einer hochevakuierten Fallr&#246;hre von 110 m H&#246;he und 3,5 m Innendurchmesser wurde 1989 in Bremen installiert. Die physikalischen Experimente werden in einer etwa 4,5 Sekunden in der Fallr&#246;hre frei fallenden (oder in die H&#246;he geschossenen) Kapsel von 2 m L&#228;nge und 0,8 m Durchmesser durchgef&#252;hrt und von einem Computer gesteuert und ausgewertet. Die Ergebnisse solcher Forschungen im Zustand der Schwerelosigkeit sind nicht nur f&#252;r die Grundlagenforschung, sondern u.a. auch f&#252;r die Materialforschung von Bedeutung."}