{"title":"Hunger: Infobox I","body":"<STRONG>Hunger<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR><I>Appetit (spezifischer Hunger):<\/I> Teil des Hungergef&#252;hls und\/oder angeborene oder erworbene individuelle Bevorzugung bestimmter Speisen, wobei letzteres stark von der Zugeh&#246;rigkeit zu einem bestimmten Kulturkreis und den dort verf&#252;gbaren bzw. tradierten Nahrungsmitteln abh&#228;ngt. &#8211; &#196;hnlich, wie beim Menschen Appetit auf eine bestimmte Kost aufkommen kann, findet sich im Tierreich zu bestimmten Zeiten ein spezifischer Hunger nach N&#228;hrsubstanzen, die ins Defizit geraten sind. Viele Insekten nehmen gezielt Protein auf, um zu Vitellogenese und Eiablage zu gelangen, S&#228;ugetiere entwickeln nach k&#246;rperlicher Anstrengung, verbunden mit <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/60338'>Schwitzen<\/A>, einen spezifischen Hunger nach Kohlenhydraten und Salz. Auch f&#252;r <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/11611'>Calcium<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/69748'>Vitamine<\/A>, wie <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/66361'>Thiamin<\/A>, ist in Mangelsituationen ein spezifischer Hunger nach diesen Substanzen nachgewiesen worden. Die physiologischen Mechanismen f&#252;r spezifischen Hunger sind heute noch nahezu unbekannt.<BR><\/BR><I>Spezialhunger, Hei&#223;hunger:<\/I> spontan auftretende, gezielt fordernde E&#223;gel&#252;ste. Manche Hei&#223;hungeranf&#228;lle werden nicht mehr als anormales Verlangen oder undiszipliniertes E&#223;verhalten verstanden, sondern als gesteigerte Appetenz nach unzureichend vorliegenden N&#228;hrstoffen, die der K&#246;rper zur Regulierung und Revitalisierung seiner Stoffwechselprozesse (&#8222;Schwangerschaftsgel&#252;ste&#8220; oder Spezialhunger) oder zur Verbesserung seines Befindens braucht (unstillbarer Hunger kann auch eine Medikamentennebenwirkung sein: z.B. bei manchen <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/4040'>Antidepressiva<\/A>, einigen <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46199'>Neuroleptika<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/39636'>Lithium<\/A>, manchen <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/4056'>Antiepileptika<\/A>). Da es extrem &#220;bergewichtige weltweit betrachtet vor allem im &#8222;Weizeng&#252;rtel&#8220; gibt, wird vermutet, da&#223; Brotprodukte (aber auch Schokolade, im Gegensatz zu Zuckerrohr, Reis, Yams, Taro, [S&#252;&#223;-]Kartoffel, Mais usw.) das Hungergef&#252;hl verl&#228;ngern, verst&#228;rken oder nicht rechtzeitig abschalten. Ein starker Abfall von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/61183'>Serotonin<\/A> bewirkt z.B. einen Hei&#223;hungeranfall (&#8222;Appetit&#8220;) auf schnell verwertbare <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/36586'>Kohlenhydrate<\/A> (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/26030'>fun food<\/A>) zur Hebung des Wohlbefindens (vergleichbar erh&#246;ht <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/8298'>Bewegung<\/A> den Serotoninspiegel). Stoffwechselbed&#252;rfnisse nach Energielieferanten und Stimmungsmachern getrennt &#252;ber die Signale &#8222;Hunger&#8220; und &#8222;Appetit&#8220; zu regeln, wird als biologisches Notfallprogramm verstanden.G.-H.S."}