{"title":"Hypnotika: Infobox I","body":"<STRONG>Hypnotika<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Man unterscheidet verschiedene Gruppen von Hypnotika: 1) Die Benzodiazepine sind heute die am meisten verwendeten Hypnotika, z.B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/17883'>Diazepam<\/A> und neuere, &#228;hnlich wirkende Substanzen, wie Zolpidem und Zopiclon. 2) Die Barbiturate werden seit 1903 (Veronal&#174; mit dem Inhaltsstoff <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/7119'>Barbital<\/A>) verwendet. Heute gibt es ca. 60 verschiedene Barbiturate, deren Verwendung jedoch stark eingeschr&#228;nkt wurde. 3) Bromharnstoff-Derivate (Monoureide), z.B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/10732'>Bromisoval<\/A>. 4) <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/51943'>Piperidindione<\/A>, z.B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/66145'>Thalidomid<\/A>. 5) Chinazolon-Derivate, z.B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/42597'>Methaqualon<\/A>. 6) <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/2120'>Alkohole<\/A>, z.B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/13591'>Chloralhydrat<\/A>. 7) <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/1955'>Aldehyde<\/A>, z.B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/49377'>Paraldehyd<\/A>. 8) <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/4096'>Antihistaminika<\/A>, z.B. Doxylamin. 9) Phenothiazin-Derivate (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/51002'>Phenothiazine<\/A>). 10) <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/28597'>Glutethimid<\/A>. 11) pflanzliche Extrakte; z.B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/32558'>Hopfen<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/6944'>Baldrian<\/A>. 12) Bei Patienten mit Abh&#228;ngigkeitsrisiko werden auch <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46199'>Neuroleptika<\/A> (z.B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/14521'>Clozapin<\/A>) oder <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/4040'>Antidepressiva<\/A> als Schlafmittel verwendet. &#8211; Au&#223;er den Schlafmitteln mit nur 1 Wirksubstanz sind zahlreiche Kombinationspr&#228;parate auf dem Markt erh&#228;ltlich. Diese enthalten entweder mehrere Hypnotika oder ein Hypnotikum und ein Beruhigungsmittel, wie z.B. ein Neuroleptikum. Aufgrund der Gefahr von Vergiftungen und der schwierigen Behandlung wird immer mehr die Verwendung von Monosubstanz-Pr&#228;paraten empfohlen. Aufgrund ihrer zum Teil schweren <I>Nebenwirkungen<\/I> sollten Hypnotika nur vor&#252;bergehend zur Behandlung von Schlafst&#246;rungen herangezogen werden, bis die Gr&#252;nde der Schlaflosigkeit (z.B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/64259'>Stre&#223;<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/3549'>Angst<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/17378'>Depressionen<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/59642'>Schmerz<\/A>, Medikamentwirkungen, Wirkungen von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/14806'>Coffein<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46384'>Nicotin<\/A>) erkannt und beseitigt sind. So besteht bei l&#228;ngerer Einnahme von Hypnotika die Gefahr der Gew&#246;hnung (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/64627'>Sucht<\/A>) und Abh&#228;ngigkeit (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/19453'>Drogenabh&#228;ngigkeit<\/A>), das Reaktionsverm&#246;gen ist vermindert, die Wirkung mancher Pharmaka wird verst&#228;rkt (z.B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/4101'>Antihypertensiva<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/4096'>Antihistaminika<\/A>) oder durch beschleunigte <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/8848'>Biotransformation<\/A> durch Enzyminduktion vermindert (z.B. Kontrazeptiva [Mittel zur <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/21075'>Empf&#228;ngnisverh&#252;tung<\/A>], Dicumarol-Derivate; <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/18049'>Dicumarol<\/A>). Aufgrund der zum Teil recht langen Wirkdauer der Hypnotika kann es zur Kumulation und damit zu einer narkotischen oder sogar letalen Wirkung kommen (z.B. Barbiturate). Auch teratogene Wirkungen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/65834'>Teratogene<\/A>) wurden beobachtet (z.B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/66145'>Thalidomid<\/A> = Contergan&#174;). Eine verbreitete Nebenwirkung der Hypnotika ist der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/30587'>hang over<\/A>. Da Hypnotika die Dauer der Schlafphasen ver&#228;ndern (meist Verk&#252;rzung der Phase IV und des REM-Schlafs), werden diese Schlafphasen nach Absetzen der Hypnotika vermehrt durchlaufen (Rebound-Effekt)."}