{"title":"Insektizide: Infobox I","body":"<STRONG>Insektizide<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR><STRONG>Einteilung:<\/STRONG> Nach chemischen Gesichtspunkten kann man die Insektizide in verschiedene Gruppen unterteilen, z.B.:<BR><\/BR>1) Acylharnstoff-Insektizide: Insektizide, die ausschlie&#223;lich als Fra&#223;gifte wirken. Diese Gruppe beeinflu&#223;t den Chitinstoffwechsel und verhindert so die nat&#252;rliche Ausbildung der Cuticula bei Larven und Raupen. Ein Vertreter der Gruppe ist Diflubenzuron (vgl. Abb.). 2) Carbamat-Insektizide: Insektizide, die sich von den instabilen <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/12119'>Carbamins&#228;uren<\/A> ableiten (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/12111'>Carbamate<\/A>). Neben insektiziden haben sie auch fungizide (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/26040'>Fungizide<\/A>) und herbizide Eigenschaften. Vertreter der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/12111'>Carbamate<\/A> sind Aldicarb, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/12130'>Carbaryl<\/A> und Carbofuran. 3) Chlorkohlenwasserstoff-Insektizide (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/13635'>Chlorkohlenwasserstoffe<\/A>): Insektizide, die zum &#252;berwiegenden Teil eine hohe insektizide Wirksamkeit bei gleichzeitig geringer akuter Warmbl&#252;tertoxizit&#228;t zeigen, ferner ein breites Wirkungsspektrum und eine lange Wirkungsdauer aufweisen. Sie sind einfach herzustellen und deshalb auch billig. Diese Faktoren brachten auch nachteilige Auswirkungen f&#252;r die Umwelt, bis teilweise starke Anwendungsbeschr&#228;nkungen, vor allem in den Industriel&#228;ndern, die in die Umwelt ausgebrachten Mengen auf einen geringen Teil zur&#252;ckgehen lie&#223;en. Vertreter dieser Gruppe sind: <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/1976'>Aldrin<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/13608'>Chlordan<\/A>, Endosulfan, Endrin, Dieldrin, p,p'-<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/16999'>DDT<\/A>, p,p'-DDE, p,p'-DDD, Lindan (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/31772'>Hexachlorcyclohexan<\/A>) und Toxaphen. 4) Indandion-Insektizide: Insektizide, die oft dann eingesetzt werden, wenn gegen&#252;ber anderen Insektiziden Resistenzen aufgetreten sind. Ein Vertreter dieser Gruppe ist Pindon, das auch als <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/57376'>Rodentizid<\/A> (gegen Nagetiere) verwendet wird. 5) Naturstoff-Insektizide: nat&#252;rlich vorkommende Substanzen, die eine insektizide Wirkung entfalten, z.B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/6761'>Bacillus-thuringiensis-Toxin<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46384'>Nicotin<\/A>, Pyrethrum (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/55149'>Pyrethrine<\/A>), Rotenon (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/57612'>Rotenoide<\/A>), <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/60183'>Schwefel<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/6624'>Azadirachtin<\/A>. 6) Naturstoffmimetika-Insektizide: Insektizide, die &#228;hnlich den Naturstoff-Insektiziden aufgebaut sind, im Gegensatz zu diesen aber verbesserte Wirkungseigenschaften aufweisen. Hierzu geh&#246;ren z.B. die synthetischen, dem Pyrethrin der <I>Chrysanthemum<\/I>-Arten strukturanalogen, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/55151'>Pyrethroide<\/A>. Nachteilig ist deren Giftwirkung auf <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/37316'>Krebstiere<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/24597'>Fische<\/A> (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/24619'>Fischgifte<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/24642'>Fischsterben<\/A>) sowie eine nicht immer geringe Toxizit&#228;t gegen&#252;ber Warmbl&#252;tern. Vertreter dieser Gruppe sind Cypermethrin und Deltamethrin (vgl. Abb.). 7) Nitrophenol-Insektizide: Insektizide, die als Derivate des Nitrophenols bzw. Dinitrophenols (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/18366'>2,4-Dinitrophenol<\/A>) aufgefa&#223;t werden k&#246;nnen, z.B. Carbofuran (kann auch zu den Carbamaten gez&#228;hlt werden), Dinoseb, DNOC, Fenitrothion (ist auch ein Vertreter der Thiophosphors&#228;ureester). 8) phosphororganische und thiophosphororganische Insektizide: Insektizide, die chemisch <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/51282'>Phosphors&#228;ureester<\/A> oder auch Thiophosphors&#228;ureester sind. Sie sind schnell biologisch abbaubar, zeichnen sich allerdings durch eine hohe akute Toxizit&#228;t aus. Vertreter sind z.B. Acephat, Azinphos-methyl, Bromophos, Chlorfenvinfos, Chlorpyrifos, Dialifos, Dichlorvos, Dimethoat, Fenitrothion, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/40837'>Malathion<\/A>, Methylparathion, Mevinphos, Parathion (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/19853'>E605<\/A>), Demephion. 9) Thiocyanat-Insektizide: Insektizide mit rascher Kontaktwirkung, die als Derivate der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/66390'>Thiocyans&#228;ure<\/A> (H-S-C&#8801;N) betrachtet werden k&#246;nnen; z.B. Lethane. 10) Xanthogenat-Insektizide: Insektizide, die auf der Oxidation von Xanthogenaten beruhen. Sie wirken auch als <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/1688'>Akarizide<\/A> (gegen Milben). Ein Vertreter dieser Gruppe ist Dixanthogen."}