{"title":"Kaliumkanle: Abbildung I","body":"<br>\n\n<img SRC='\/lexika\/images\/bio\/f3f3662.jpg' WIDTH='188' HEIGHT='287'><br>\n<STRONG>Kaliumkan&#228;le<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Theoretische transmembran&#228;re Struktur des <I>spannungsabh&#228;ngigen Kaliumkanals<\/I>. Essentiell f&#252;r die Ausbildung funktionsf&#228;higer K<SUP>+<\/SUP>-Kan&#228;le sind transmembranst&#228;ndige &#945;-Untereinheiten<STRONG>.<\/STRONG> Daneben gibt es auch noch 1 regulatorische, zur cytosolischen Seite gelegene &#946;-Untereinheit. Bei A- und verz&#246;gert gleichrichtenden K<SUP>+<\/SUP>-Kan&#228;len bilden 4 &#945;-Untereinheiten &#8211; ringf&#246;rmig angeordnet &#8211; die Kanalpore. Die Aminos&#228;uresequenzanalyse l&#228;&#223;t auf 6 &#945;-helikale transmembran&#228;re Abschnitte (S1&#8211;S6) in einer einzelnen &#945;-Untereinheit schlie&#223;en. Man geht davon aus, da&#223; alle 4 Untereinheiten mit dem Abschnitt zwischen S5 und S6 zur Bildung der Kanalpore beitragen. Der <I>Spannungssensor (gating charge)<\/I>, dessen Konformations&#228;nderung bei entsprechender &#196;nderung des elektrischen Feldes &#252;ber die Zellmembran zur Kanal&#246;ffnung f&#252;hrt, wird durch positiv geladene Aminos&#228;uren in S4 gebildet. Die Struktur dieser Kan&#228;le ist analog zu spannungsabh&#228;ngigen <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/45413'>Natriumkan&#228;len<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/11629'>Calciumkan&#228;len<\/A>, deren &#945;-Untereinheiten allerdings nur aus einem Protein mit 4 identischen internen Wiederholungen bestehen. Aufgrund der gro&#223;en Anzahl beschriebener Untereinheiten ergeben sich bei K<SUP>+<\/SUP>-Kan&#228;len theoretisch Tausende von Kombinationsm&#246;glichkeiten. Die molekularbiologische Klassifizierung der Proteine der &#945;-Untereinheit erfolgt in Analogie f&#252;r die bei <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/19494'>Drosophila melanogaster<\/A><\/I> beschriebenen Genfamilien <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/61332'>Shaker<\/A><\/I><I>, Shawl, Shal, Shab<\/I> und <I>Slowpoke<\/I>. Bei den A-Kan&#228;len befindet sich am N-terminalen Ende der Proteinsequenz eine zus&#228;tzliche, intrazellul&#228;r gelegene Dom&#228;ne mit positiv geladenen Aminos&#228;ureresten (Ball). Im Offen-Zustand <I>(open state)<\/I> des Kanals kann diese Dom&#228;ne an einen Rezeptor nahe der inneren Kanal&#246;ffnung binden und diese wie mit einem Korken verstopfen. Dies f&#252;hrt zur <I>Inaktivierung<\/I>, nicht aber zum Schlie&#223;en des Kanals. Beim Verlassen der &#214;ffnung geht der Kanal in den Offen-Zustand &#252;ber und wird wieder permeabel. In <I>Xenopus<\/I>-Oocyten (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/3019'>Amphibienoocyte<\/A>) f&#252;hrt eine Expression von ausschlie&#223;lich &#945;-Untereinheiten des A-Kanal-Typs zu funktionsf&#228;higen K<SUP>+<\/SUP>-Kan&#228;len. Im Gegensatz zur unver&#228;nderten Aktivierungskinetik ist hier die Inaktivierung jedoch &#252;ber 100fach verlangsamt. Bei einer Co-Expression mit der entsprechenden &#946;-Untereinheit entstehen andererseits K<SUP>+<\/SUP>-Kan&#228;le mit einer f&#252;r den A-Strom typischen Kinetik. Bei den bisher identifizierten &#946;-Untereinheiten bestimmt die L&#228;nge des N-terminalen Endes die Geschwindigkeit der Inaktivierung des K<SUP>+<\/SUP>-Kanals. Daher scheint die &#946;-Untereinheit f&#252;r die Kinetik eines Kanals entscheidend zu sein.<BR><\/BR>Eine Ausnahmestellung nimmt der <I>high conductance Ca<SUP>2+<\/SUP>-sensitive K<SUP>+<\/SUP>-channel<\/I> ein, der &#252;ber 7 transmembran&#228;re Abschnitte der &#945;-Untereinheiten und 1 transmembran&#228;re &#946;-Untereinheit verf&#252;gt. Bei <I>ligandenaktivierten K<SUP>+<\/SUP>-Kan&#228;len<\/I> besteht die &#945;-Untereinheit, soweit bekannt, aus einem Heteromultimer von Untereinheiten. Eine eigene Familie bilden die <I>einw&#228;rts gleichrichtenden<\/I> und <I>ATP-abh&#228;ngigen K<SUP>+<\/SUP>-Kan&#228;le,<\/I> bei denen die &#945;-Untereinheit aus 1 Homo- oder Heteromultimer mit nur jeweils 2 transmembran&#228;ren Abschnitten besteht. Hinzu kommt eine regulatorische Untereinheit mit bis zu 17 transmembran&#228;ren Abschnitten, die wahrscheinlich die ATP-Sensitivit&#228;t der Kan&#228;le kontrolliert. (Die 3 bzw. 4 letztgenannten Kanal-Typen sind in der Abb. nicht ber&#252;cksichtigt.)"}