{"title":"Kannibalismus: Infobox I","body":"<STRONG>Kannibalismus<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Kannibalismus beim Menschen <I>(Anthropophagie)<\/I> geschieht vor allem aus rituellen Gr&#252;nden und ist h&#228;ufig mit der Vorstellung einer magischen Kr&#228;fteanreicherung verbunden, weshalb auch bestimmte K&#246;rperteile, als Sitz der Seele und der damit verbundenen magischen Kraft, bevorzugt werden. Kannibalismus aus Not scheint es gegeben zu haben und auch heute noch unter extremen Bedingungen auch in der westlichen Zivilisation zu geben. (Berichte von amerikanischen Pionieren bei der Ausbreitung in den westlichen Teil Nordamerikas, die vom Winter &#252;berrascht worden waren und keine Nahrungsvorr&#228;te besa&#223;en. Auch berichteten &#220;berlebende eines Flugzeugabsturzes in einem Gebirge, ihre t&#246;dlich verungl&#252;ckten Mitpassagiere gegessen zu haben, um zu &#252;berleben.) Fr&#252;her war Kannibalismus verbreitet bei den Niam-Niam (am Tschadsee), den Batak (auf Borneo), den For&#233; (Hochland von Neuguinea) und bei verschiedenen amerikanischen Indianerst&#228;mmen; auch belegt bei den Tudawhe auf Neuguinea. Kannibalismus wird inzwischen auch von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/45537'>Neandertalern<\/A> angenommen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/37262'>Krapina<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/44163'>Moula-Guercy<\/A>). Ein Grundproblem beim Verzehr von Artgenossen ist das erh&#246;hte Risiko einer &#220;bertragung von arteigenen Parasiten und Krankheitserregern (neuguineische Lachkrankheit, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/37708'>Kuru-Krankheit<\/A>), was ein h&#228;ufiges Vorkommen von Kannibalismus beim Menschen unwahrscheinlich macht."}