{"title":"Kultur: Infobox I","body":"<STRONG>Kultur<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR><I>Universelle Merkmale menschlicher Kulturen:<\/I><BR><\/BR>Die Vorfahren aller heute lebenden Menschen lebten vor ca. 100.000 bis 200.000 Jahren (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/2549'>Altsteinzeit<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/63560'>Steinzeit<\/A>). Als Angeh&#246;rige von <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/32486'>Homo sapiens sapiens<\/A><\/I> zeigten sie bereits viele Merkmale von Kultur, wie man aufgrund von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/68565'>Universalien<\/A> bei heutigen Kulturen und von arch&#228;ologischen Funden schlie&#223;en kann. Die Sonderstellungen menschlicher Traditionen wird durch den Begriff Kultur unterstrichen.<BR><\/BR>1) Mit Hilfe der Wort-<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/63007'>Sprache<\/A> kann die Wirklichkeit der &#228;u&#223;eren Welt in der inneren Welt abgebildet werden; beide Welten k&#246;nnen mit ihrer Hilfe verglichen werden. Auf dieser Grundlage kann sie zur L&#246;sung von schwierigen sozialen Problemen eingesetzt werden (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/34261'>Intellekt<\/A>) und macht eine objektunabh&#228;ngige <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/67165'>Tradition<\/A> m&#246;glich. Sie ist Grundlage f&#252;r Spr&#252;che, Formeln, Gedichte und Ges&#228;nge.<BR><\/BR>2) Menschen aller Kulturen schm&#252;cken ihren K&#246;rper.<BR><\/BR>3) In allen Kulturen werden traditionsgem&#228;&#223; Gegenst&#228;nde des t&#228;glichen Gebrauchs sch&#246;ner gefertigt, als es f&#252;r ihre <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/26048'>Funktion<\/A> erforderlich ist; zum Teil werden sie mit Ornamenten geschm&#252;ckt. Die durch diese Investitionen erzielten Versch&#246;nerungen und Wertsteigerungen bereiten den Erzeugern Freude und verhelfen den Besitzern zu Ansehen.<BR><\/BR>4) Jenseitsvorstellungen werden im Rahmen der Mythologie in allen Kulturkreisen tradiert.<BR><\/BR>5) Alle Kulturen haben Riten zu <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/26824'>Geburt<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/34096'>Initiation<\/A>, Heirat, Tod (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/67351'>Trauer<\/A>).<BR><\/BR>6) Alle Kulturen feiern (zus&#228;tzlich zu den Riten) Feste. Diese gemeinsamen, emotionell hoch besetzten Aktivit&#228;ten f&#246;rdern, neben ihrer unmittelbaren Bedeutung f&#252;r die beteiligten Individuen, den Gruppenzusammenhalt.<BR><\/BR>7) Alle Kulturen haben Kultgegenst&#228;nde f&#252;r Riten im Rahmen ihrer Mythologie, die fast immer besonders sch&#246;n gearbeitet sind. H&#228;&#223;liche und absto&#223;ende stilistische Elemente fanden nur zur Geisterabwehr, zum Teil auch f&#252;r sog. Ventilsitten, Verwendung.<BR><\/BR>8) In vielen Kulturen werden Wahrnehmungen durch Trance und Rauschmittel (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/55827'>Rauschgifte<\/A>) manipuliert und der mi&#223;br&#228;uchliche und chronische Konsum von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/19452'>Drogen<\/A> sanktioniert.<BR><\/BR>9) In allen Kulturen (und in allen sozialen Nischen) werden Intensit&#228;t und H&#228;ufigkeit von Stimmungsqualit&#228;ten und Verhaltensweisen z.B. durch Religion, Wohnkultur und Kunst beeinflu&#223;t.<BR><\/BR>&#8211; Einige der erw&#228;hnten Aspekte k&#246;nnen positive Aspekte des sozialen Zusammenlebens beg&#252;nstigen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/5967'>attraktives Verhalten<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/26058'>funktionelle N&#228;he<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/32816'>Humanit&#228;t<\/A>), den Gruppenzusammenhalt f&#246;rdern und eine psychohygienisch g&#252;nstige Wirkung haben.G.M."}