{"title":"Fehlbildungen des Nervensystems: Zusatzinfo III","body":"<STRONG>Fehlbildungen des Nervensystems<\/STRONG>\n<P><STRONG>3<\/STRONG> <I>Lissencephalietypen:<\/I><BR><\/BR>Beim <I>Typ I<\/I> findet sich eine Verbreiterung des (4-schichtigen) Cortex neben einer verminderten wei&#223;en Substanz, weiten hinteren Abschnitten der Seitenventrikel und eine Hypoplasie des Balkens sowie eine unvollst&#228;ndige Ausbildung des Hippocampus. &#196;u&#223;erlich zeigen die betroffenen Kinder eine Kopfeinbuchtung im Bereich der Schl&#228;fen bei vorspringendem Hinterhaupt und reduziertem Kopfumfang. Als urs&#228;chlich wird eine St&#246;rung der Migration in der 12. bis 16. Gestationswoche angenommen. Die Lissencephalie Typ I kann in schwerer Auspr&#228;gung und in Kombination mit weiteren Fehlbildungen und Auff&#228;lligkeiten (nach vorne gekehrte Nasenl&#246;cher, Hornhauttr&#252;bung, Ohrmuschelabnormit&#228;ten, verkleinerter Unterkiefer, Vierfingerfurche, Poly- oder Syndaktylie, Herzfehler und verst&#228;rkte Behaarung) als <I>Miller-Dieker-Syndrom<\/I> vorkommen. Bei der Lissencephalie vom <I>Typ II<\/I> findet sich ebenfalls ein verdickter Cortex, jedoch ohne Schichtenbildung, h&#228;ufig mit subcorticalen Heterotopien. Das Relief der Hirnoberfl&#228;che kann bei verschiedenen Individuen und in unterschiedlichen Regionen des Gehirns sehr variabel ausgebildet sein. Balkendysgenesien und Kleinhirnmi&#223;bildungen sowie ein Hydrocephalus (durch Ver&#246;dung der Subarachnoidalraumes) kommen gelegentlich vor, ebenso ein- oder beidseitige Verkleinerungen des Auges. Insbesondere beim <I>Walker-Warburg-Syndrom<\/I>, bei dem teilweise eine angeborene Muskeldystrophie beobachtet wird, findet man zus&#228;tzlich eine occipitale Encephalocele.<\/P>"}