{"title":"Lysozym: Abbildung I","body":"<br>\n\n<img SRC='\/lexika\/images\/bio\/f5f4284.jpg' WIDTH='849' HEIGHT='558'><br>\n<STRONG>Lysozym<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR><STRONG>1<\/STRONG> <I>R&#228;umliche Struktur<\/I> des Lysozym-Molek&#252;ls. Rechtecke symbolisieren Disulfidbr&#252;cken (S&#8211;S), die Strichelung markiert das spaltf&#246;rmige aktive Zentrum, die Ziffern geben die Reihenfolge (Nummern) der Aminos&#228;uren an.<BR><\/BR><STRONG>2<\/STRONG> Das <I>Substrat<\/I> des Lysozyms: Polysaccharide z.B. der Bakterienzellwand, bestehend aus <I>N<\/I>-<I>Acetylglucosamin-<\/I> (NAG) und <I>N<\/I>-<I>Acetylmuramins&#228;ure-<\/I>Einheiten (NAM).<BR><\/BR><STRONG>3<\/STRONG> <I>Molekularer Wirkungsmechanismus<\/I> des Lysozyms: Ein NAM- und ein NAG-Zuckerrest der Bakterienzellwand (vgl. <STRONG>2<\/STRONG>) liegen eng benachbart zu 2 Aminos&#228;uren (Glutamins&#228;ure 35 und Asparagins&#228;ure 52) des aktiven Zentrums des Lysozyms. Dies f&#252;hrt zu einer Dissoziation des H<SUP>+<\/SUP> von der nicht peptidgebundenen Carboxylgruppe (COOH) der Glu mit anschlie&#223;ender Bindung an den glykosidischen Sauerstoff (O) zwischen den beiden Zuckerresten (I). Die Glykosidbindung wird dabei gespalten (II) unter Bildung eines positiv geladenen Carbeniumions; letzteres wird durch die negativ geladene Carboxylgruppe der Asparagins&#228;ure (III) stabilisiert. Wasser (H<SUP>+<\/SUP>-, OH<SUP>&#8211;<\/SUP>-Ionen) vollendet die Spaltung, indem Glu 35 protoniert wird, das Carbeniumion mit OH<SUP>&#8211;<\/SUP> reagiert und somit die Substratspaltst&#252;cke vom aktiven Zentrum weg diffundieren k&#246;nnen (IV).<BR><\/BR>Neben den hier gezeigten Wechselwirkungen unmittelbar zwischen dem aktiven Zentrum und der Spaltstelle des Substrats sind auch Interaktionen zwischen entfernteren Positionen des Lysozyms und des Substrats von Bedeutung. Dies zeigt sich darin, da&#223; Substrate aus nur 2 Zuckerresten gar nicht hydrolysiert werden; eine optimale Hydrolyse erfolgt erst ab Substraten mit 6 und mehr Resten. Bei hexamerem NAG-Substrat erfolgt die Spaltung exakt zwischen dem C-1 von Rest 4 und dem Sauerstoff der glykosidischen Bindung am Rest 5.<BR><\/BR><STRONG>4<\/STRONG> Die Substratbindung im aktiven Zentrum von Lysozym sowie die Bildung des Carbeniumions werden durch Deformation der energetisch stabileren Sesselform von NAM oder NAG zur Halbsesselform erheblich verbessert (betrifft Rest 4 bei hexamerem Substrat). Das C-Atom 5 und der Ringsauerstoff werden in Pfeilrichtung bewegt, wodurch die 4 hervorgehobenen Ringatome in einer Ebene der Halbsesselform liegen."}