{"title":"Magnesium: Infobox II","body":"<STRONG>Magnesium<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR><STRONG>Pflanzenphysiologie:<\/STRONG> Die Magnesiumaufnahme durch die Pflanze ist abh&#228;ngig vom Magnesiumgehalt der Bodenl&#246;sung und vom an den Austauschern adsorbierten Magnesium. B&#246;den mit hohen Schluff- und Tonanteilen weisen die h&#246;chste Magnesiums&#228;ttigung auf. Insbesondere auf sandigen B&#246;den und stark versauerten Waldb&#246;den kommt es aufgrund von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/6337'>Auswaschung<\/A> zu Magnesium-Mangelerscheinungen, die in Form von chlorotischen und nekrotischen Symptomen an Blattr&#228;ndern und -adern auftreten. Weiterhin kann die Magnesiumaufnahme von Pflanzen durch antagonistische Wirkungen von K- (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/35141'>Kalium<\/A>), NH<SUB>4<\/SUB>- (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/2928'>Ammonium<\/A>) und Ca-Ionen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/11611'>Calcium<\/A>) bei Ackerb&#246;den und durch Al- (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/2560'>Aluminium<\/A>) und Mn-Ionen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/40999'>Mangan<\/A>) bei Waldb&#246;den blockiert werden. Eine Kennzahl f&#252;r die Magnesiumverf&#252;gbarkeit ist das Ca\/Mg-Verh&#228;ltnis in der Bodenl&#246;sung, das f&#252;r eine optimale Versorgung <7 sein sollte. Zur Gew&#228;hrleistung der Magnesiumversorgung wird auf landwirtschaftlich genutzten B&#246;den eine <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/19690'>D&#252;ngung<\/A> mit Magnesiumsalzen oder Magnesium-haltigen NPK-<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/19680'>D&#252;ngern<\/A> durchgef&#252;hrt, bei sauren Waldb&#246;den erfolgt eine Kompensationskalkung mit <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/18981'>Dolomit<\/A>.<BR><\/BR><STRONG>Humanphysiologie:<\/STRONG> Der Magnesiumbedarf des Menschen liegt bei 0,25 mmol\/kg K&#246;rpergewicht pro Tag. W&#228;hrend des <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/69972'>Wachstums<\/A>, der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/60082'>Schwangerschaft<\/A> und der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/37886'>Lactation<\/A> steigt der Magnesiumbedarf auf das Doppelte an. Magnesium wird beim Menschen im Jejunum (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/38637'>Leerdarm<\/A>) und Ileum (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/19710'>D&#252;nndarm<\/A>) absorbiert, die Resorption wird durch <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/66593'>Thyroxin<\/A> gef&#246;rdert. Die Absorption erfolgt nach einem saturierbaren, energieabh&#228;ngigen Mechanismus. Bei gleichzeitigem Vorhandensein von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/3606'>Anionen<\/A> (die mit Magnesium unl&#246;sliche Salze bilden) ist die Magnesiumabsorption verringert. Verminderungen der Absorption finden sich allgemein bei Maldigestionen und Malabsorptionen sowie bei dem selten auftretenden angeborenen Defekt der Magnesiumabsorption. Im Serum betr&#228;gt die Magnesiumkonzentration 0,89 mmol\/l, davon sind 32% an <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/61230'>Serumproteine<\/A> (vor allem an das <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/1916'>Albumin<\/A>), 3% an <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/51165'>Phosphat<\/A>, 4% an <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/14278'>Citrat<\/A> und 6% an andere Komplexbildner gebunden. 55% des gesamten Magnesiums liegen als physiologisch wirksame freie Magnesiumionen vor. Die Serum-Magnesiumwerte unterliegen keinen Schwankungen. Diese Konstanz bei unterschiedlicher oraler Zufuhr wird durch eine verschieden starke renale Ausscheidung erreicht. Magnesium wird in der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46429'>Niere<\/A> ultrafiltriert und im aufsteigenden Schenkel der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/31342'>Henleschen Schleife<\/A> reabsorbiert. Nur bei <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46437'>Niereninsuffizienz<\/A> und hoher Magnesiumzufuhr kann es infolge unzureichender Magnesiumausscheidung zu <I>Hypermagnesi&#228;mie<\/I> (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/20767'>Elektrolythaushalt<\/A>) kommen. Das Ausma&#223; der Magnesiumreabsorption h&#228;ngt von der Serum-Magnesiumkonzentration ab. Bei geringer oraler Zufuhr und dem Zustand einer <I>Hypomagnesi&#228;mie<\/I> kann Magnesium fast vollst&#228;ndig reabsorbiert werden. Dieser Mechanismus und seine Regulation sind noch weitgehend unverstanden. &#8211; Vom gesamten Magnesiumbestand des K&#246;rpers sind normalerweise 50% an die Oberfl&#228;che von Hydroxylapatit-Kristallen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/33172'>Hydroxylapatit<\/A>) des <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/36437'>Knochens<\/A> absorbiert. Das in den Knochen lokalisierte Magnesium kann bei Hypomagnesi&#228;mien (altersabh&#228;ngig verschieden schnell) mobilisiert werden. Die anderen 50% des Magnesiums befinden sich zu ca. 98% in den Zellen. Dieser intrazellul&#228;re Magnesiumgehalt h&#228;ngt vom intrazellul&#228;ren pH-Wert und vom zellul&#228;ren Gehalt an Magnesium-bindenden Substanzen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46910'>Nucleins&#228;uren<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/997'>Adenosintriphosphat<\/A>, negativ geladene <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/51246'>Phospholipide<\/A>, Magnesium-bindende Proteine) ab. Auf diese Weise sind vom gesamten Magnesium in der Zelle ca. 90% gebunden, 10% liegen als freie Magnesiumionen vor. &#8211; Eine Hypomagnesi&#228;mie kann auftreten bei einer verminderten aliment&#228;ren Magnesiumzufuhr, einer verminderten intestinalen Absorption, einer akuten &#196;nderung in der Magnesiumverteilung und bei einer vermehrten renalen Ausscheidung. Dabei nimmt die Permeabilit&#228;t der Zellmembranen f&#252;r <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/45392'>Natrium<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/35141'>Kalium<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/11611'>Calcium<\/A> und damit der zellul&#228;re Umsatz dieser Ionen zu. Eine Hypomagnesi&#228;mie, besonders bei Kombination mit <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/64259'>Stre&#223;<\/A>, bewirkt eine vermehrte Freisetzung von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/12471'>Catecholaminen<\/A>, die &#252;ber &#946;-<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/1126'>adrenerge Rezeptoren<\/A>, cAMP-aktivierte Proteinkinasen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/11869'>cAMP-abh&#228;ngige Proteinkinase<\/A>) und vermehrte Phosphorylierung von Calciductin einen vermehrten Influx von Calcium in glatte Muskelzellen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/28197'>glatte Muskulatur<\/A>) ausl&#246;sen. Au&#223;erdem kann durch die &#196;nderung des zellul&#228;ren Calcium-Stoffwechsels die Synthese von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/54072'>Prostaglandinen<\/A> und deren Wirkung verst&#228;rkt sein. Durch diese klinischen Symptome einer Hypomagnesi&#228;mie kommt es zu einer erh&#246;hten neuromuskul&#228;ren Reaktionsbereitschaft. &#8211; Es konnte gezeigt werden, da&#223; durch Applikation von Magnesium tachykarde Herzrhythmusst&#246;rungen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/31518'>Herzinsuffizienz<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/65215'>Tachykardie<\/A>) vermindert oder sogar beseitigt werden. Au&#223;erdem sinkt bei der Gabe von Magnesium nach Auftreten eines <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/31517'>Herzinfarkts<\/A> die Sterblichkeitsrate der Patienten deutlich ab.Ch.J."}