{"title":"Gehirn: Abbildung III","body":"<br>\n\n<img SRC='\/lexika\/images\/neuro\/fff385.jpg' WIDTH='570' HEIGHT='1400'><br>\n<P><STRONG>Gehirn<\/STRONG><\/P>\n<P><STRONG>Abb. 3:<\/STRONG><BR><\/BR>Bei <I>Wirbeltieren<\/I> einschlie&#223;lich <I>Mensch<\/I> stellt das Gehirn zusammen mit dem <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/11187'>R&#252;ckenmark<\/A> das <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/14201'>Zentralnervensystem<\/A> dar. Es fungiert als &#252;bergeordnetes Steuerzentrum, indem es &#252;ber <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/214'>Afferenzen<\/A> Informationen aus der Umwelt aufnimmt, koordiniert, verrechnet und &#252;ber <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/3218'>Efferenzen<\/A> den <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/3646'>Erfolgsorganen<\/A> zuleitet. Das Gehirn ist Zentrum f&#252;r <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/947'>Assoziationen<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/6120'>Instinkt<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/4050'>Ged&#228;chtnis<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/7003'>Lernen<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/6137'>Intelligenz<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/1446'>Bewu&#223;tsein<\/A>. Es f&#252;llt die gesamte Sch&#228;delkapsel aus (1) und ist vom Sch&#228;del selbst durch drei <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/5492'>Hirnh&#228;ute<\/A> isoliert. Zwischen den beiden inneren H&#228;uten befindet sich ein fl&#252;ssigkeitsgef&#252;llter Hohlraum, der in Verbindung mit den &#228;hnlich strukturierten Hohlr&#228;umen des R&#252;ckenmarks und den 4 <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/5552'>Hirnventrikeln<\/A> steht, in denen die <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/2007'>Cerebrospinalfl&#252;ssigkeit<\/A> produziert wird. Trotz seines unterschiedlich erscheinenden Aufbaus besitzt das Gehirn des Menschen die gleiche Grundorganisation wie das der &#252;brigen Wirbeltiere.<BR><\/BR>Das menschliche Gehirn l&#228;&#223;t sich makroskopisch in drei Abschnitte gliedern, das <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/4997'><I>Gro&#223;hirn<\/I><\/A> <I>(Cerebrum)<\/I>, das <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/6500'><I>Kleinhirn<\/I><\/A><I> (Cerebellum)<\/I> und den <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/5535'><I>Hirnstamm<\/I><\/A> <I>(Truncus cerebri)<\/I>. Letzterer wird beim Menschen von den m&#228;chtig entwickelten Hemisph&#228;ren des Gro&#223;- und Kleinhirns &#252;berdeckt, seine Bestandteile werden also erst an Schnitten durch das Gehirn (1 und 2 unten) sichtbar. Das <I>verl&#228;ngerte Mark (<A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/8097'>Myelencephalon<\/A><\/I><I>, Medulla oblongata)<\/I> stellt die Verbindung des Gehirns zum R&#252;ckenmark dar. Au&#223;erdem liegen hier lebenswichtige Reflexzentren. Vor dem verl&#228;ngerten Mark liegt die<I> <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/1725'>Br&#252;cke<\/A><\/I><I>;<\/I> Br&#252;cke und Kleinhirn zusammen werden auch als <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/7673'><I>Metencephalon<\/I><\/A><I> (Hinterhirn)<\/I> bezeichnet. Im Inneren des Met- und Myelencephalons liegt der <I>vierte Hirnventrikel<\/I>, seitlich und unterhalb des Cerebellums tr&#228;gt er &#214;ffnungen, durch die die Cerebrospinalfl&#252;ssigkeit aus den inneren Liquorr&#228;umen in die &#228;u&#223;eren Liquorr&#228;ume zwischen den Hirnh&#228;uten &#252;bertritt. Oberhalb der Br&#252;cke findet sich das <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/7634'><I>Mesencephalon<\/I><\/A>, dessen Dach von der <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/13748'>Vierh&#252;gelplatte<\/A> gebildet wird. &#220;ber dem Mesencephalon liegt das <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/2831'>Diencephalon<\/A><I> (Zwischenhirn)<\/I>, das den Hirnstamm mit den <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/5006'>Gro&#223;hirnhemisph&#228;ren<\/A> verbindet. Die <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/3605'><I>Epiphyse<\/I><\/A><I> (Zirbeldr&#252;se, Pinealorgan)<\/I>, die der Vierh&#252;gelplatte aufliegt, produziert <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/7551'>Melatonin<\/A>, ein Hormon, das der Regulation der <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/2197'>circadianen Rhythmik<\/A> dient. An der Basis des Diencephalons liegt die <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/5860'><I>Hypophyse<\/I><\/A>; sie ist mit dem <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/5891'><I>Hypothalamus<\/I><\/A> &#252;ber den <I>Hypophysenstiel<\/I> verbunden. Im Zentrum des Zwischenhirns liegt der <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/12884'>Thalamus<\/A>.<BR><\/BR>Das <I>Gro&#223;hirn<\/I> ist in zwei Hemisph&#228;ren unterteilt, deren Oberfl&#228;che von der <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/5010'>Gro&#223;hirnrinde<\/A> eingenommen wird. Die Oberfl&#228;che ist durch zahlreiche <I>Windungen (Gyri)<\/I> und <I>Furchen (Sulci)<\/I> stark gegliedert und vergr&#246;&#223;ert. Man gliedert die Hemisph&#228;ren in <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/4368'><I>Frontallappen<\/I><\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/11345'>Scheitellappen<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/5419'>Hinterhauptslappen<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/11382'>Schl&#228;fenlappen<\/A>. Der <I>Cortex<\/I> selbst ist eine Schicht <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/4964'><I>grauer Substanz<\/I><\/A>, die unter der Oberfl&#228;che der Hemisph&#228;ren liegt und unter der das m&#228;chtige Marklager (<A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/13976'>wei&#223;e Substanz<\/A>) des Gro&#223;hirns liegt (3). Die beiden Hemisph&#228;ren sind durch den <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/1245'><I>Balken<\/I><\/A> miteinander verbunden. Bestimmte <I>Cortexareale (<A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/11110'>Rindenfelder<\/A><\/I><I>)<\/I> in bestimmten Windungen haben bestimmte Funktionen (2). Die <I>Hippocampusformation<\/I> und die <I>entorhinale Rinde<\/I> geh&#246;ren zusammen mit dem <I>Gyrus cinguli<\/I> zum <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/7089'><I>limbischen System<\/I><\/A> (3). In der Tiefe des Gro&#223;hirns liegen der rechte und linke <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/11619'>Seitenventrikel<\/A>. In seiner N&#228;he finden sich gro&#223;e Massen grauer Substanz, die nicht cortical organisiert sind und die als <I>Stamm-<\/I> oder <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/1290'>Basalganglien<\/A> bezeichnet werden.<BR><\/BR>Das <I>Kleinhirn<\/I> gliedert sich in einen medianen, unpaaren Teil, der als <I>Wurm<\/I> (<I>Vermis cerebelli<\/I>, in 1 und 2 unten durchschnitten) bezeichnet wird, und in zwei seitlich davon gelegene <I>Hemisph&#228;ren<\/I>. Die Schnittfl&#228;che des Wurms l&#228;&#223;t erkennen, da&#223; auch das Kleinhirn eine oberfl&#228;chlich gelegene <I>Rinde<\/I> besitzt, die ein tiefer gelegenes Marklager umh&#252;llt. Die Oberfl&#228;che des Wurms und der Hemisph&#228;ren ist in zahlreiche feine Windungen gelegt, die als <I>Foliae<\/I> bezeichnet werden. Der Wurm und die sogenannte paravermalen (angrenzenden) Zonen der Hemisph&#228;ren werden als <I>Spinocerebellum<\/I> zusammengefa&#223;t. Die seitlichen Teile der Hemisph&#228;ren werden als <I>Pontocerebellum (<A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/8285'>Neocerebellum<\/A><\/I><I>)<\/I> bezeichnet. Die untersten Abschnitte der Hemisph&#228;ren und des Wurms (die <I>Pars nodulofloccularis cerebelli<\/I>) werden auch <I>Vestibulocerebellum (<A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/850'>Archicerebellum<\/A><\/I><I>)<\/I> genannt.<BR><\/BR>1 L&#228;ngsschnitt (sagittal) durch den menschlichen Kopf mit dem Gehirn<BR><\/BR>2 Seitenansicht (oben) einer linken Hirnh&#228;lfte; Medosagittalschnitt und Blick auf rechte Hirnh&#228;lfte (unten). Die Lage einiger der gr&#246;&#223;eren funktionellen Rindenfelder ist mit Farben bezeichnet.<BR><\/BR>3 Querschnitt auf H&#246;he der Hypophyse<\/P>"}