{"title":"Massensterben: Infobox I","body":"<STRONG>\n<br>\n\n<img SRC='\/lexika\/images\/bio\/f5f4368.jpg' WIDTH='195' HEIGHT='578'><br>\nMassensterben<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Das <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/48948'>Pal&#228;ozoikum<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/42374'>Mesozoikum<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/35355'>K&#228;nozoikum<\/A> werden durch bedeutende <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/23855'>Faunenschnitte<\/A><\/I> an der Perm\/Trias-Grenze (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/50397'>Perm<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/67446'>Trias<\/A>) bzw. der Kreide\/Terti&#228;r-Grenze (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/37321'>Kreide<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/65929'>Terti&#228;r<\/A>) voneinander abgetrennt. Dar&#252;ber hinaus gibt es eine F&#252;lle kleinerer Faunenschnitte, die aber nicht streng periodisch auftreten (vgl. Abb.; die Balken markieren Faunenschnitte). An der Perm\/Trias-Grenze sterben ca. 75&#8211;90% aller damals vorhandenen Arten aus, wobei besonders starke Verluste bei den <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/37053'>Korallen<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/15735'>Crinoidea<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/10284'>Brachiopoden<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/43950'>Moostierchen<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/2944'>Ammonoidea<\/A> zu verzeichnen sind. An der Kreide\/Terti&#228;r-Grenze verschwinden in der marinen Fauna die Ammoniten, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/31961'>Hippuritacea<\/A> (Rudisten) und viele <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/24960'>Foraminifera<\/A>. Im terrestrischen Bereich f&#228;llt das v&#246;llige Erl&#246;schen der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/18402'>Dinosaurier<\/A> zuerst ins Auge. &#8211; Das Massenaussterben an der Kreide\/Terti&#228;r-Grenze hat zu vielerlei Spekulationen und gegens&#228;tzlichen <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/33528'>Hypothesen<\/A> gef&#252;hrt. Der Einschlag eines <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/42528'>Meteoriten<\/A> auf die <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/22132'>Erde<\/A> soll kurzfristig die <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/5848'>Atmosph&#228;re<\/A> so stark gest&#246;rt haben, da&#223; die genannten Formen diese Krisenzeit nicht &#252;berleben konnten. Eine andere Begr&#252;ndung wird in einer langfristigen Verschlechterung des <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/36345'>Klimas<\/A> (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/36346'>Klima&#228;nderungen<\/A>) gesucht. Entscheidend f&#252;r die Interpretation ist hier die Frage, &#252;ber welchen Zeitraum sich die Reduktion der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/8597'>Biodiversit&#228;t<\/A> erstreckt hat. Das Szenario eines gro&#223;en Meteoriteneinschlags (z.B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/13408'>Chicxulub-Krater<\/A>) l&#228;&#223;t ein gleichzeitiges Aussterben erwarten, und es sollte die entsprechenden Tiergruppen in ihrer vollen Bl&#252;te treffen. Eine langfristige klimatische Abk&#252;hlung d&#252;rfte sich hingegen durch einen Wandel der &#246;kologischen Bedingungen abzeichnen, bei dem die einzelnen Gruppen zu verschiedenen Zeitpunkten verschwinden. In der Tat erloschen bereits in der Oberkreide die Hippuritacea, die <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/33624'>Ichthyosaurier<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/25325'>Flugsaurier<\/A>. Bei den Ammoniten und Dinosauriern l&#228;&#223;t sich bereits vor dem postulierten Ereignis ein R&#252;ckgang in der Diversit&#228;t beobachten. Dieser abgestufte R&#252;ckgang verschleiert sich allerdings, weil die meisten stratigraphischen Tabellen etwas vereinfacht werden m&#252;ssen und deswegen alle Tiergruppen, die innerhalb einer Stufe vorkommen, so darstellen, als ob sie bis zu deren Ende vorgekommen seien. Daher kann die Ursache f&#252;r den auff&#228;lligen Faunenschnitt besser durch eine feinstratigraphische Analyse &#252;berpr&#252;ft werden, als mit dem Nachweis eines tats&#228;chlichen Meteoriteneinschlags an der Kreide\/Terti&#228;r-Grenze, dessen Wirkung auf die <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/8794'>Biosph&#228;re<\/A> kaum abzusch&#228;tzen ist. Im Mittelmioz&#228;n hat der Einschlag des Ries-Meteoriten bei N&#246;rdlingen einen Krater von immerhin 20 km Durchmesser hinterlassen. Im Bereich der Schuttmassen kam es zu immensen lokalen Zerst&#246;rungen, nicht aber zum Aussterben von Arten. &#8211; Die starken Ver&#228;nderungen in den &#246;kologische Bedingungen, wie sie in einigen Faunenschnitten zu beobachten sind, wirken auf sehr vielf&#228;ltige Weise auf die Biosph&#228;re ein. Deswegen ist die unmittelbare Ursache f&#252;r das Aussterben nur sehr selten zu ermitteln. Der Begriff Massenaussterben dramatisiert oft einen zeitlich und r&#228;umlich stark gestaffelten Proze&#223; und suggeriert durch die zeitliche Raffung eine unzutreffende Monokausalit&#228;t."}