{"title":"Meereis: Infobox I","body":"<STRONG>Meereis<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>W&#228;hrend der Eisbildung und durch kontinuierlichen Eintrag in Form von Niederschl&#228;gen und atmosph&#228;rischem Staub (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/1261'>Aerosol<\/A>) angereicherte und fixierte N&#228;hrstoffe, vornehmlich <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/51165'>Phosphat<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46522'>Nitrat<\/A>, erm&#246;glichen in dieser &#252;ber einen gro&#223;en Teil des Jahres lichtexponierten Zone eine gegen&#252;ber dem freien Wasser drastisch erh&#246;hte <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/53655'>Prim&#228;rproduktion<\/A>, und diese bietet die wichtigste Nahrungsgrundlage (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/22361'>Ern&#228;hrung<\/A>) vor allem f&#252;r die<I> antarktische <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/45147'>Nahrungskette<\/A><\/I> von tierischen <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/20451'>Einzellern<\/A> bis hin zu den Walen. Es lassen sich 3 Besiedlungsr&#228;ume unterschiedlicher Ergiebigkeit unterscheiden: Die oberste, stark klimaexponierte Eisschicht mit Schneeauflagen und transitorischen Schmelzt&#252;mpeln, der ger&#228;umige und stabile Lebensraum im Kan&#228;lchen- und Lakunenwerk innerhalb der dicken Eisschichten und die Eis-Unterfl&#228;che, an der sich ein Aufwuchs aus dichten <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/2042'>Algenmatten<\/A> (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/41669'>Meeresalgen<\/A>) bilden kann. Namentlich diese Algenmatten dienen w&#228;hrend der Vereisungszeit, und solange gen&#252;gend Licht vorhanden ist, als Weidegrund f&#252;r die Tierwelt des Freiwassers, vor allem planktische Krebse und darunter vor allem die Krill-Schw&#228;rme (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/37406'>Krill<\/A>), die ihrerseits das Hauptnahrungsreservoir f&#252;r <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/51883'>Pinguine<\/A>, manche <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/57348'>Robben<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/70083'>Wale<\/A> darstellen. &#8211; Die weit ausgedehnteren <I>Innereis-Gesellschaften<\/I> entwickeln, solange gen&#252;gend Licht verf&#252;gbar ist, im Extremfall zwar Prim&#228;rproduktionsraten, welche die des freien Wassers um mehr als das Tausendfache &#252;bersteigen k&#246;nnen (gemessene Chlorophyllkonzentrationen bis zu 1000 mg\/l gegen&#252;ber durchschnittlich 0,6 mg\/l im freien Seewasser). Als unmittelbares Nahrungsreservoir bleiben sie aber bis zur Eisschmelze verschlossen. Nach ihrem Freisetzen w&#228;hrend der Eisschmelze ersetzen sie dann den Verlust der Weidefl&#228;chen an der Eis-Unterseite und erzeugen im Polar-Fr&#252;hling gewaltige <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/2032'>Algenbl&#252;ten<\/A>. Die artenarme, aber individuenreiche Algenflora all dieser Eis-Gesellschaften besteht &#252;berwiegend aus <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/36076'>Kieselalgen<\/A>, in geringerem Ma&#223;e auch <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/18381'>Dinoflagellata<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/14070'>Chrysophyceae<\/A> (Goldalgen). Die Fauna in den Innereis-Gesellschaften beschr&#228;nkt sich im wesentlichen auf Ciliaten (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/70799'>Wimpertierchen<\/A>), <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/24960'>Foraminifera<\/A> und vereinzelt sogar Kleinkrebse (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/15203'>Copepoda<\/A>). All diesen Organismen gemeinsam ist eine erstaunliche Temperatur- und Salinit&#228;tsresistenz bei ungest&#246;rter Stoffwechselaktivit&#228;t: so &#252;berlebten sie in Experimenten schadlos &#252;ber l&#228;ngere Zeit Salinit&#228;ten bis zu 150 \u00eb bei Temperaturen bis zu &#8211;7,5 &#176;C.P.E."}