{"title":"messenger-RNA: Abbildung I","body":"<br>\n\n<img SRC='\/lexika\/images\/bio\/f5f4488.jpg' WIDTH='565' HEIGHT='610'><br>\n<STRONG>messenger-RNA<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Die Proteine <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/24185'>Ferritin<\/A><\/I> und der <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/67235'>Transferrin-Rezeptor<\/A><\/I><I> (TfR)<\/I> sind beide am zellul&#228;ren <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/20527'>Eisenstoffwechsel<\/A> beteiligt. W&#228;hrend der Transferrin-Rezeptor f&#252;r die &#220;bernahme des <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/20491'>Eisens<\/A> vom <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/67234'>Transferrin<\/A> und die Eisenaufnahme in die Zelle zust&#228;ndig ist, bindet Ferritin &#252;bersch&#252;ssiges Eisen, das sonst toxisch f&#252;r die Zelle w&#228;re. Die mRNAs f&#252;r Ferritin und den Transferrin-Rezeptor enthalten beide spezifische Sequenzen <I>(iron responsive elements,<\/I> Abk. <I>IRE,<\/I> vgl. Abb.), die eine Haarnadelschleife ausbilden. Diese Strukturen, die im Leader der Ferritin-mRNA und f&#252;nffach in der nichttranslatierten 3'-Region (Trailer) der TfR-mRNA vorhanden sind, dienen als Bindestellen f&#252;r ein spezifisches Protein, das <I>iron responsive element-binding protein<\/I> (Abk. <I>IRE-BP<\/I>; auch<I> iron-regulatory-protein-1, IRP-1)<\/I>. Bei Eisenmangel in der Zelle findet eine verst&#228;rkte Synthese des Transferrin-Rezeptors statt, um in gesteigertem Ma&#223;e Eisen aufnehmen zu k&#246;nnen. Gleichzeitig ist die weitere Synthese von Ferritin nicht mehr n&#246;tig. In dieser Situation bindet das IRE-BP, das jetzt in einer Konformation mit hoher Affinit&#228;t zu den IREs vorliegt, an die Zielsequenzen im Leader bzw. Trailer der beiden mRNAs. Dadurch wird die mRNA f&#252;r den Transferrin-Rezeptor vor dem Abbau durch <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46902'>Nucleasen<\/A> gesch&#252;tzt (durch die Funktionshemmung noch unbekannter, destabilisierender Sequenzen), ihre Stabilit&#228;t also erh&#246;ht, so da&#223; sie l&#228;nger f&#252;r die Translation zur Verf&#252;gung steht. Im Fall der Ferritin-mRNA bewirkt die Bindung des IRE-BP im Leader, da&#223; das Ribosom nicht mehr von der Cap-Struktur zum Initiationscodon an der mRNA entlanggleiten kann, wodurch die Initiation an der Ferritin-mRNA blockiert wird. Neuere Untersuchungen deuten darauf hin, da&#223; IRE-BP dabei den f&#252;r die Proteinsynthese erforderlichen engen Kontakt der mRNA zum Ribosom verhindert. Liegt ein &#220;berangebot an Eisen vor und wird daher viel Ferritin ben&#246;tigt, sinkt die Konzentration von IRE-BP. Dessen Platz an der mRNA bleibt leer, ein anderes Protein (eIF-3, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/34098'>Initiationsfaktoren<\/A>) kann dort binden und die Interaktion mit dem Ribosom und damit die Translation der Ferritin-mRNA gew&#228;hrleisten. Die TfR-mRNA dagegen wird bei sinkender Konzentration von IRE-BP degradiert."}