{"title":"Multidrug-Resistenz: Infobox I","body":"<STRONG>Multidrug-Resistenz<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Neuere Erkenntnisse zeigen, da&#223; man den Effekt der MDR m&#246;glicherweise bei der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/13365'>Chemotherapie<\/A> nutzen kann: Knochenmarkzellen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/36445'>Knochenmark<\/A>) weisen eine geringere MDR als andere Zellen auf und reagieren somit wesentlich empfindlicher als Tumorzellen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/37305'>Krebs<\/A>) auf eine chemotherapeutische Behandlung bei Krebspatienten, die nicht an Knochenmarkkrebs erkrankt sind. Schleust man ein MDR-Gen in die entnommenen Knochenmarkzellen von M&#228;usen ein, so entwickeln diese Tiere nach der Retransplantation eine verst&#228;rkte Resistenz gegen&#252;ber den Chemotherapeutika. Das &#946;-Globin-Gen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/28357'>Globin-Gene<\/A>) k&#246;nnte gemeinsam mit dem MDR-Gen &#252;bertragen werden. Denkbar w&#228;re eine solche <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/27413'>Gentherapie<\/A> auch beim Menschen. &#8211; Das <I>MDR-Gen<\/I> kommt nat&#252;rlicherweise in mindestens 15 verschiedenen Variationen vor, die nicht nur in Krebszellen aktiv sind, sondern z.B. auch im <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/16803'>Darm<\/A> wirken. Sie sorgen z.B. daf&#252;r, da&#223; verschiedene Mengen eines Medikaments aus dem Darm ins Blut gelangen k&#246;nnen. Dementsprechend kann eine Dosis eines Medikaments bei einem Patienten hilfreich sein, die bei einem anderen noch nichts bewirkt, da sie gar nicht erst aus dem Darm ins Blut gelangt. In Zukunft k&#246;nnte eine auf das Erbgutprofil des Patienten abgestimmte Therapie bessere Wirkungen bei geringeren Nebenwirkungen erzielen."}