{"title":"Musterbildung: Infobox I","body":"<STRONG>Musterbildung<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR><I>Musterbildung bei Pflanzen:<\/I> Durch Musterbildung entstehen nicht-zufallsm&#228;&#223;ige <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/44486'>Muster<\/A> der beteiligten <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/64371'>Strukturen<\/A> mit ihren jeweils typischen genetischen und biochemischen Eigenschaften. Die molekulargenetische Analyse der Musterbildung bei H&#246;heren Pflanzen wurde besonders intensiv am Beispiel der Bl&#252;tenentwicklung (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/9548'>Bl&#252;te<\/A>) untersucht, z.B. bei Acker-<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/59612'>Schmalwand<\/A> <I>(Arabidopsis thaliana)<\/I> und Garten-<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/39951'>L&#246;wenmaul<\/A><I> (Antirrhinum majus)<\/I>. Grundlage hierf&#252;r ist die Analyse von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/44505'>Mutanten<\/A> mit einer ver&#228;nderten Bl&#252;tenstands- (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/9605'>Bl&#252;tenstand<\/A>) oder Bl&#252;tenentwicklung. Dies erlaubt R&#252;ckschl&#252;sse auf die <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/26048'>Funktion<\/A> der an der Musterbildung beteiligten Gene. Diese Gene (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/9468'>Bl&#252;hgene<\/A>) steuern w&#228;hrend der normalen Entwicklung die korrekte <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/18143'>Differenzierung<\/A> (Teilung und Wachstum der Zellen) in den Meristemen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/4390'>Apikalmeristem<\/A>, Axillarmeristem, Bl&#252;tenmeristem; <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/8480'>Bildungsgewebe<\/A>) und in den sich entwickelnden Blattprimordien (f&#252;r Kelchbl&#228;tter, Kronbl&#228;tter, Staubbl&#228;tter, Fruchtbl&#228;tter; <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/9155'>Blattanlage<\/A>), wodurch artspezifische Bl&#252;tenst&#228;nde und Bl&#252;ten entstehen. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/44508'>Mutationen<\/A> ver&#228;ndern in spezifischer Art und Weise diese normale Entwicklung. Besonders aufschlu&#223;reich sind hom&#246;otische Mutationen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/32466'>hom&#246;otische Mutante<\/A>). Sie ver&#228;ndern die genetische Identit&#228;t von Organen &#8211; in dem Sinne, da&#223; &#8222;falsche Organe am falschen Platz&#8220; entstehen. Die Untersuchung der hom&#246;otischen Mutanten f&#252;hrte zum sog<I>. ABC-Modell der Bl&#252;tenentwicklung<\/I>. Dabei werden 3 Klassen von Genen (A, B und C) unterschieden, die in unterschiedlichen Wirteln der Bl&#252;te exprimiert werden (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/9468'>Bl&#252;hgene<\/A> [Abb.]). Diese Gene geh&#246;ren alle zur Familie der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/40578'>MADS-Box-Gene<\/A>, die f&#252;r <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/67279'>Transkriptionsfaktoren<\/A> codieren und die transkriptionelle Aktivit&#228;t von Genen kontrollieren k&#246;nnen, die im Differenzierungsproze&#223; den <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/32465'>hom&#246;otischen Genen<\/A> nachgeschaltet sind. Die Musterbildung der Bl&#252;tenorgane ist jedoch eher untypisch, da hier eine geschlossene Entwicklung vorliegt (das Wachstum der Bl&#252;te ist begrenzt). &#8211; Typisch f&#252;r die pflanzliche Musterbildung sind Systeme, bei denen die Zahl der Zellen st&#228;ndig zunimmt. Hier mu&#223; das Muster iterativ durch die schon vorhandenen Strukturen erzeugt werden. Ein gutes Beispiel ist die Phyllotaxis, die Anlage der Bl&#228;tter in einer bestimmten Ordnung (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/9266'>Blattstellung<\/A>). Die Bildung neuer Primordien wird durch Hemmfelder der schon bestehenden Primordien unterdr&#252;ckt, so da&#223; neue Bl&#228;tter (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/9145'>Blatt<\/A>) nur in einem Mindestabstand zu schon bestehenden Bl&#228;ttern angelegt werden. Die Hemmwirkung geht teilweise auf mechanische Spannungen, teilweise auf Hormonwirkung (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/6501'>Auxine<\/A>) zur&#252;ck. Auch bei der Anlage von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/62311'>Spalt&#246;ffnungen<\/A> wird w&#228;hrend des Blattwachstums das Muster durch Hemmfelder der schon gebildeten Spalt&#246;ffnungen gesteuert. F&#252;r Blattvenenmuster konnte gezeigt werden, da&#223; die sich differenzierenden Zellen im Wettbewerb um Auxin stehen, so da&#223; in der N&#228;he einer schon bestehenden Vene keine neue Vene mehr gebildet werden kann. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/21603'>Entwicklungsmutante<\/A>.M.H.\/P.N."}