{"title":"Natrium: Infobox I","body":"<STRONG>Natrium<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR><I>Tierphysiologie:<\/I> In Form des Na<SUP>+<\/SUP>-Ions ist Natrium einer der wichtigsten <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/43156'>Mineralstoffe<\/A> f&#252;r den tierischen und menschlichen Organismus. Es ist das Hauptkation im <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/23406'>extrazellul&#228;ren Raum<\/A> und zusammen mit dem Chloridion (Cl<SUP>&#8211;<\/SUP> ,<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/13584'>Chlor<\/A>) f&#252;r etwa 80% der extrazellul&#228;ren <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/48385'>Osmolalit&#228;t<\/A> zust&#228;ndig. Damit wird der Anteil an <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/70213'>Wasser<\/A>, der sich im Extrazellul&#228;rraum befindet, im wesentlichen durch den Kochsalzgehalt (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/45399'>Natriumchlorid<\/A>) des K&#246;rpers reguliert. Dar&#252;ber hinaus bestimmt die extrazellul&#228;re NaCl-Konzentration aber auch den Wassergehalt in den Zellen; denn eine hohe Osmolalit&#228;t durch eine hohe extrazellul&#228;re NaCl-Konzentration entzieht den Zellen Wasser und l&#228;&#223;t sie schrumpfen, und umgekehrt l&#228;&#223;t Kochsalzmangel &#252;ber verminderte extrazellul&#228;re Osmolalit&#228;t die Zelle anschwellen, da sie Wasser aufnimmt. Mit seiner Hauptaufgabe zur Aufrechterhaltung der Osmolalit&#228;t ist der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/45420'>Natriumstoffwechsel<\/A> also auf das engste mit der Regulation des intrazellul&#228;ren Volumens und des <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/70262'>Wasserhaushalts<\/A> verbunden. Daraus ergibt sich, da&#223; der Organismus bei intakter <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/48391'>Osmoregulation<\/A> bei einem &#220;berangebot an Natrium vermehrt Wasser einlagert (&#220;berw&#228;sserung, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/47292'>&#214;deme<\/A>), bei Natriumverarmung jedoch vermehrt Wasser verliert (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/23347'>Exsikkose<\/A>). Die Natriumkonzentration ist also kein Ma&#223; f&#252;r den Natriumbestand, sondern ein Ma&#223; f&#252;r den Bestand an freiem Wasser. Wichtigste Ursache f&#252;r einen erh&#246;hten Natriumbestand ist oft eine gest&#246;rte Ausscheidung &#252;ber die <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46429'>Niere<\/A>, seltener ein &#220;berangebot durch die Nahrung. Ein Defizit kann durch Verluste &#252;ber den Gastrointestinaltrakt, die Niere oder den <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/60236'>Schwei&#223;<\/A> auftreten. Normalerweise &#252;bersteigt die Salzaufnahme die f&#252;r einen gesunden Erwachsenen als t&#228;glichen Bedarf angenommene Menge von 0,5 g NaCl. Bei Na<SUP>+<\/SUP>-Mangel kann Salzappetit auftreten, der die Zufuhr von Kochsalz f&#246;rdert.<BR><\/BR><I>Pflanzenphysiologie:<\/I> F&#252;r Pflanzen gilt Natrium zum Teil als Mikron&#228;hrstoff (zumindest scheint es f&#252;r bestimmte <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/30385'>Halophyten<\/A> sowie einige <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/15608'>C<SUB>4<\/SUB>-Pflanzen<\/A> essentiell zu sein) und d&#252;rfte auch zur Aufrechterhaltung des Ionengleichgewichts beitragen. Natrium ist Bestandteil der Feldsp&#228;te (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/43145'>Mineralien<\/A>) und gelangt durch deren Verwitterung (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/9795'>Bodenentwicklung<\/A>) gel&#246;st in den Boden (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/9854'>Bodenreaktion<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/9881'>Bodenversalzung<\/A>). Verschiedene Minerald&#252;nger (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/3767'>anorganische D&#252;nger<\/A>) enthalten Natrium als Ballaststoffe in Form von Kochsalz. Auf die Bodenstruktur (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/9812'>Bodengef&#252;ge<\/A>) wirken Na<SUP>+<\/SUP>-Ionen verschl&#228;mmend und verkrustend, so da&#223; kochsalzhaltige <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/19680'>D&#252;nger<\/A> auf schweren B&#246;den mit Vorsicht anzuwenden sind. Im Gegensatz zum <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/35141'>Kalium<\/A> wird Natrium von den Pflanzen in der Regel nicht aktiv (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/12354'>Carrier<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/34505'>Ionenpumpen<\/A>) aufgenommen, doch k&#246;nnen die Pflanzen die Natriumaufnahme nicht verhindern. Eine Reihe von Pflanzen toleriert h&#246;here Natrium-<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/36956'>Konzentrationen<\/A> (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/30400'>Halotoleranz<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/45400'>Natriumchlorid-Toleranz<\/A>) und reagiert dementsprechend auch g&#252;nstig auf natriumhaltige Minerald&#252;nger, z.B. Rhenaniaphosphat (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/51169'>Phosphatd&#252;nger<\/A>) und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/13413'>Chilesalpeter<\/A>. Die entsprechenden, als <I>natrophil<\/I> (natriumliebend) bezeichneten Pflaecen, zu denen <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/62730'>Spinat<\/A>, Beta-R&#252;ben (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/8181'>Beta<\/A>), <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/27616'>Gerste<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/60943'>Sellerie<\/A> und verschiedene Kohl-Arten (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/36571'>Kohl<\/A>) geh&#246;ren, haben oft einen hohen Natriumgehalt von etwa 15&#8211;25 mg\/g Trockenmasse. Demgegen&#252;ber enthalten die <I>natrophoben<\/I> Pflanzen, z.B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/9912'>Bohnen<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/62140'>Sonnenblumen<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/40702'>Mais<\/A>, in ihren oberirdischen Teilen meist weniger als 1 mg\/g Trockensubstanz, in den Wurzeln jedoch h&#228;ufig relativ viel Natrium. Wahrscheinlich ist der Natriumtransport gehemmt."}