{"title":"nicotinische Acetylcholinrezeptor-Kanle: Abbildung I","body":"<br>\n\n<img SRC='\/lexika\/images\/bio\/f6f4882.jpg' WIDTH='711' HEIGHT='451'><br>\n<STRONG>nicotinische Acetylcholinrezeptor-Kan&#228;le<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Strukturmodell des nicotinischen Acetylcholin-Rezeptors:<BR><\/BR>Auf der linken Seite ist das Modell des Pentamers, bestehend aus &#945;-, &#946;-, &#947;- und &#948;-Untereinheiten, aus dem elektrischen Organ des Zitterrochens dargestellt. Eine der beiden &#945;-Untereinheiten ist nicht abgebildet. Der extrazellul&#228;re Teil des Kanals bildet einen trichterf&#246;rmigen Eingang, der sich innerhalb der Lipidmembran verengt (0,65 nm &#215;0,65 nm). Jede Polypeptidkette der einzelnen Molek&#252;luntereinheiten besteht aus 4 transmembran&#228;ren Segmenten (M1&#8211;M4). Wahrscheinlich begrenzt jeweils das Transmembransegment M2 der 5 Untereinheiten die Pore wie eingezeichnet. M2 bildet dabei die r&#228;umliche Struktur einer &#945;-Helix, wie auf der rechten Seite der Abb. f&#252;r die M2-Segmente der &#946;- und &#947;-Untereinheit gezeigt wird. Eine &#228;hnliche &#945;-helicale Struktur findet sich auch bei bakteriellen Proteinen (z.B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/6898'>Bakteriorhodopsin<\/A>).<BR><\/BR>Die &#945;-Helices von M2 der 5 Untereinheiten des Kanals zeigen in ihrer r&#228;umlichen Struktur einen Knick in das Innere der Pore und verlegen sie so in Abwesenheit von Agonisten wie Acetylcholin oder Nicotin. Nach Binden eines Agonisten kommt es dann zur Ausw&#228;rtsrotation des Knicks, und Kationen k&#246;nnen durch die Pore flie&#223;en. Die Selektivit&#228;t des Ionenkanals f&#252;r Kationen beruht auf negativ geladenen hydrophilen Aminos&#228;ureseitenketten, die zur Pore hin weisen, w&#228;hrend hydrophobe Aminos&#228;uren ihre Reste zur Lipidschicht orientieren. Diese negativen Seitenketten von jeder der 5 Untereinheiten des Rezeptors erg&#228;nzen sich zu 3 Ladungsringen an der Porenwand (1, 2, 3), die die Durchtrittsstelle f&#252;r die Kationen markieren. Wenn ein Ion den Kanal passiert, trifft es auf diese 3 negativ geladenen Ringe, von denen der &#228;u&#223;ere und innere m&#246;glicherweise als Vorfilter dienen, w&#228;hrend der mittlere Ring vermutlich als eigentlicher Selektivit&#228;tsfilter f&#252;r die Kationen fungiert. Ein zus&#228;tzlicher Ring (zentraler Ring) wird durch ungeladene polare Aminos&#228;urereste gebildet. Der anionische mittlere Ring und der zentrale Ring formen zusammen einen kurzen engen Abschnitt der Kanalpore. Einen &#228;hnlichen Aufbau aus unterschiedlichen, wenn auch homologen Proteinuntereinheiten zeigen auch andere Mitglieder der Klasse der Liganden-gesteuerten Ionenkan&#228;le, wie Glutamat- (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/28553'>Glutamatrezeptor-Kan&#228;le<\/A>), Serotonin- (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/61187'>Serotoninrezeptor-Kan&#228;le<\/A>), GABA- (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/26219'>GABA-Rezeptor-Kan&#228;le<\/A>) und Glycin-aktivierte Rezeptorkan&#228;le (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/28639'>Glycinrezeptor-Kan&#228;le<\/A>).<BR><\/BR>Abk.: A  Alanin, C  Cystein, D  Aspartat, E  Glutamat, F  Phenylalanin, G  Glycin, I  Isoleucin, K  Lysin, L  Leucin, M  Methionin, P  Prolin, Q  Glutamin, S  Serin, T  Threonin, V  Valin."}