{"title":"Nimbaum: Infobox I","body":"<STRONG>Nimbaum<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Bl&#228;tter, Rinde und Samen (insbesondere deren &#214;l) des Nimbaums finden in der Volksmedizin vielf&#228;ltige Anwendung. Sie werden sowohl in der Zahnpflege als auch gegen Magen-, Darm- und Hauterkrankungen, Rheuma und Fieber eingesetzt. <I>Nim&#246;l<\/I> gilt nicht nur als wirksames Mittel gegen Bakterien, Viren und Pilze (Blattextrakte sollen u.a. die Synthese hochgiftiger <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/1338'>Aflatoxine<\/A> beim Schimmelpilz <I>Aspergillus flavus<\/I> hemmen), sondern auch gegen Parasiten (z.B. L&#228;use und Fl&#246;he) oder landwirtschaftliche Sch&#228;dlinge. So werden Nimb&#228;ume zur Bek&#228;mpfung von Schadinsekten in der Umgebung von Plantagen angepflanzt. Aus ihnen gewonnene Extrakte mindern die Fre&#223;lust von Insekten (sogar Wanderheuschrecken meiden Nimb&#228;ume), reduzieren die Fertilit&#228;t von Insektenweibchen und f&#252;hren bereits in geringer Dosis zu Wachstums- und Entwicklungsst&#246;rungen bei den Larven. F&#252;r die insektizide Wirkung des Nim&#246;ls wird ein Gemisch aus Triterpenen verantwortlich gemacht (<I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/6624'>Azadirachtin<\/A><\/I>). Pre&#223;r&#252;ckst&#228;nde aus der &#214;lgewinnung sollen auch zur Bek&#228;mpfung von Fadenw&#252;rmern und als D&#252;nger geeignet sein. Ein stark spermizid wirkender Inhaltsstoff des Nim&#246;ls wird zur Zeit als Wirkstoff f&#252;r die Herstellung von Verh&#252;tungsmitteln untersucht. Die vielseitige Anwendbarkeit von Nimbaum-Wirkstoffen in Verbindung mit der Tatsache, da&#223; diese f&#252;r Warmbl&#252;ter nicht toxisch zu sein scheinen und rasch abgebaut werden, hat bereits zu einem erbitterten Kampf um Patentrechte gef&#252;hrt &#8211; ein Hinweis auf die k&#252;nftige kommerzielle Bedeutung dieser Substanzen."}