{"title":"Ovulationshemmer: Infobox I","body":"<STRONG>Ovulationshemmer<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Als Ovulationshemmer werden verwendet:<BR><\/BR>1) <I>Einphasenpr&#228;parate<\/I> (klassische \"Pille\" nach Pincus): von Tag 5&#8211;25 des Zyklus wird eine &#214;strogen\/Gestagen<STRONG>-<\/STRONG>Kombination verabreicht. 3&#8211;4 Tage nach Absetzen des Pr&#228;parats kommt es zu einer Abbruchblutung. Diese Ovulationshemmer besitzen eine hohe Sicherheit, da sowohl die Ovulation verhindert als auch die Penetration der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/62518'>Spermien<\/A> sowie die <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46401'>Nidation<\/A> das Eies erschwert werden.<BR><\/BR>2) <I>Zweiphasenpr&#228;parate<\/I>. a) <I>Sequentialpr&#228;parate:<\/I> In der ersten Einnahmephase werden nur <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/48493'>&#214;strogene<\/A> verabreicht, um die <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/48592'>Ovulation<\/A> zu verhindern. Die Zusammensetzung des Cervixschleims und der Aufbau des <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/21235'>Endometriums<\/A> bleiben unver&#228;ndert. In der zweiten Einnahmephase wird ein Gestagen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/27080'>Gelbk&#246;rperhormone<\/A>) verabreicht. Diese Ovulationshemmer sind nicht ganz so sicher wie Einphasenpr&#228;parate. b) <I>Step<\/I>-<I>up<\/I>-<I>Methode:<\/I> In der ersten Einnahmephase werden &#214;strogene verabreicht. Entweder w&#228;hrend der gesamten ersten Phase oder nur am Ende der ersten Phase wird niedrig dosiert ein Gestagen zugesetzt. In der zweiten Einnahmephase wird ein Gestagen verabreicht. Diese Ovulationshemmer sind so sicher wie Einphasenpr&#228;parate.<BR><\/BR>3) <I>Dreiphasenpr&#228;parate:<\/I> Die Zusammensetzung dieser Ovulationshemmer ist dem nat&#252;rlichen Zyklus angeglichen. Am Tag 1&#8211;6 des Zyklus wird eine niedrig dosierte &#214;strogen\/Gestagen-Kombination angeboten, am Tag 7&#8211;11 werden h&#246;her dosiert &#214;strogene und Gestagene eingesetzt, am Tag 12&#8211;21 wird niedrig dosiert ein &#214;strogen und hoch dosiert ein Gestagen angeboten. Diese Ovulationshemmer sind ebenso sicher wie Einphasenpr&#228;parate.<BR><\/BR>4) <I>Monatspille:<\/I> Einmal pro Monat wird hochdosiert eine &#214;strogen\/Gestagen-Kombination verabreicht. Zu diesem Typ der Ovulationshemmer geh&#246;rt auch die 3-Monatsspritze. Diese P&#228;parate sind sehr sicher. Da es aber zu Zyklusst&#246;rungen und zur <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/2729'>Amenorrhoe<\/A> kommen kann, wenn diese Ovulationshemmer l&#228;ngere Zeit angewendet werden, kommen sie nur selten zum Einsatz.<BR><\/BR>Die sog. <I>Pille danach<\/I> z&#228;hlt nicht zu den eigentlichen Ovulationshemmern<I>:<\/I> innerhalb von 24 h nach der Kohabitation wird eine hohe Dosis eines &#214;strogens (z.B. 5 mg Ethinyl&#246;stradiol [Ethinylestradiol]) verabreicht. Die Applikation hoch dosierter &#214;strogene mu&#223; 5 Tage lang erfolgen, um eine Nidation des Eies zu verhindern. Wegen starker Nebenwirkungen ist diese Methode weitgehend durch die zweimalige Einnahme eines &#214;strogen-Gestagen-Pr&#228;parats im Abstand von 12 h ersetzt worden (innerhalb von 72 h nach dem ungesch&#252;tzten Geschlechtsverkehr). Ebenfalls nicht zu den Ovulationshemmern geh&#246;rt die \"<I>Minipille<\/I>\"<I>,<\/I> die aufgrund ihrer kontinuierlichen Zuf&#252;hrung von Gestagenen zwar kontrazeptiv wirkt, aber nicht die Ovulation unterbindet, da die &#246;strogene Komponente fehlt. &#8211; Au&#223;er zur Empf&#228;ngnisverh&#252;tung werden Ovulationshemmer bei Dysmenorrhoe, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/53496'>pr&#228;menstruellem Syndrom<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/1723'>Akne<\/A>, drohendem Abort, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/21234'>Endometriose<\/A>, bestimmten metastasierenden Karzinomen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/37305'>Krebs<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/42499'>Metastasierung<\/A>), bei benigner Prostatahyperplasie, klimakterischen Beschwerden (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/36349'>Klimakterium<\/A>), zur Verschiebung der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/42127'>Menstruation<\/A> und zur Zyklusregulierung eingesetzt.<BR><\/BR><I>Geschichte:<\/I> Bereits 1921 entdeckte Haberlandt die sterilisierende Wirkung von Ovarialextrakten. 1932 unternahm er klinische Versuche zur Ovulationshemmung mit diesem Extrakt. 1929 gelang <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/11375'>Butenandt<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/18923'>Doisy<\/A> und Laqueur die Reindarstellung von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/48494'>&#214;stron<\/A>. 1938 entwickelten Inhoffen und Hohlweg das oral wirksame &#214;strogen Ethinyl&#246;stradiol. Ethinyl&#246;stradiol oder sein 3-Methylether (Mestranol) sind noch heute die einzigen &#246;strogenen Bestandteile der Ovulationshemmer. Ebenfalls 1938 gelang Inhoffen und Hohlweg die Synthese von 17&#945;-Ethinyltestosteron, das oral Progesteron-Wirkungen besitzt. 1944 synthetisierten Djerassi und Rosenkranz das 19-Nor-17&#945;-Ethinyltestosteron, das 20fach st&#228;rker wirksam ist als 17&#945;-Ethinyltestosteron. Es war der gestagene Bestandteil der ersten \"Pille\" (G.G. Pincus 1955). Eine Weiterentwicklung dieses Gestagens f&#252;hrte zu einer Vielzahl gestagener Verbindungen, die heute Bestandteil der Ovulationshemmer sind. Es handelt sich dabei vorwiegend um Derivate des 19-Nor-17&#945;-Ethinyltestosterons, aber auch Hydroxyprogesteron-Derivate (z.B. Cyproteronacetat [<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/16406'>Cyproteron<\/A>], Medroxyprogesteronacetat und Chlormadinonacetat) finden Verwendung. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/33819'>Immunkontrazeption<\/A>.S.G.\/S.Kl."}