{"title":"Palobotanik: Infobox I","body":"<STRONG>Pal&#228;obotanik<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Wichtige <I>Erhaltungszust&#228;nde<\/I> pflanzlicher Fossilien.<BR><\/BR>Im normalen Stoffkreislauf der Natur werden die hochmolekularen <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/48136'>organischen Verbindungen<\/A> nach dem Tod eines Organismus durch Zersetzungsvorg&#228;nge (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/71678'>Zersetzung<\/A>) in niedermolekulare Grundbausteine umgewandelt, die wieder als Ausgangsmaterialien zur Bildung organischer Materie zur Verf&#252;gung stehen. Vorg&#228;nge, die zur Fossilbildung f&#252;hren, unterbrechen diesen Kreislauf, indem &#8211; zumindest vor&#252;bergehend &#8211; organische Materie den abbauenden Prozessen entzogen wird. Die wichtigsten Erhaltungszust&#228;nde bei Pflanzen sind:<BR><\/BR><I>Innensteinkerne:<\/I> entstehen durch den Ausgu&#223; eines Binnen-Hohlraums, der bereits beim lebenden Organismus erhalten ist (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/63524'>Steinkern<\/A>); auf der Oberfl&#228;che ist die Innenseite des ausgef&#252;llten Hohlraums zu erkennen (z.B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/11571'>Calamitaceae<\/A>).<BR><\/BR><I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/36856'>Konkretionen<\/A><\/I><I>:<\/I> bilden sich durch die Konzentration fein verteilter Substanz (z.B. Carbonat, Kiesels&#228;ure, Toneisenstein) um einen Kern aus sich zersetzender organischer Substanz, die hierdurch von einem nach au&#223;en wachsenden Mineral-\"Mantel\" umgeben wird. Es entstehen <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/37137'>K&#246;rperfossilien<\/A>, bei denen die Originalform der eingebetteten Organismen(teile) erhalten bleibt. Die organogene Substanz des Fossils wird in der Regel v&#246;llig abgebaut und durch Sedimente ersetzt, die wie ein \"dreidimensionaler Abdruck\" die Struktur der &#228;u&#223;eren Oberfl&#228;che des Fossils zeigen.<BR><\/BR>Der <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/90'>Abdruck<\/A><\/I> ist die h&#228;ufigste Erhaltungsart pflanzlicher Fossilien, bei der die organogene Substanz der im Sediment eingebetteten Pflanzen(teile) meist (fast) v&#246;llig aufgel&#246;st wird. Der hierdurch entstandene flache Hohlraum bleibt erhalten und zeigt auf seinen Innenseiten den Abdruck der &#228;u&#223;eren Oberfl&#228;che der fossilen Pflanze (vgl. Farbtafel Pal&#228;ontologie I). Man unterscheidet <I>Impression<\/I> (v&#246;llig ohne organische Substanz), bei der je nach K&#246;rnigkeit des einbettenden Sediments unterschiedlich feine morphologische Details unterschieden werden k&#246;nnen, und <I>Kompression<\/I>, bei der geringe Mengen organischer Substanz als kohliger Belag erhalten sind.<BR><\/BR><I>Calciumcarbonatinkrustate<\/I> entstehen durch Ablagerung von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/35151'>Kalk<\/A> auf Pflanzenteilen, die in kalkreiche Gew&#228;sser gefallen sind und dadurch als Abdr&#252;cke erhalten bleiben (z.B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/35185'>Kalktuffe<\/A> aus den Interglazialen).<BR><\/BR>Als <I>Bernsteininklusen<\/I> (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/8074'>Bernstein<\/A>) werden in fossilem Harz eingegossene Pflanzenteile oder kleine Tiere (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/8075'>Bernsteinfauna<\/A>) bezeichnet, die organogene Substanz ist meist weitgehend verschwunden.<BR><\/BR><I>Echte Versteinerungen<\/I> (<I>Intuskrustate;<\/I> <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/34420'>Intuskrustation<\/A>) bilden sich, wenn mineralische (meist silicat- oder carbonathaltige) L&#246;sungen in die Zellhohlr&#228;ume und die intermicellaren R&#228;ume der Zellw&#228;nde (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/71629'>Zellwand<\/A>) eindringen. Hierbei wird die Pflanzenstruktur teilweise durch die <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/43145'>Mineralien<\/A> ersetzt. Es bleiben aber braun-schwarz gef&#228;rbte Reste der Zellw&#228;nde erhalten, die sich deutlich gegen die helleren, durch Mineralien gef&#252;llten Zell-Lumen absetzen und anatomische Untersuchungen der fossilen Gewebe an <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/19715'>D&#252;nnschliffen<\/A> erm&#246;glichen. In Ausnahmef&#228;llen bleiben sogar Zell-<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/48119'>Organelle<\/A> (z.B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/71577'>Zellkern<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/13678'>Chloroplasten<\/A>) erhalten.<BR><\/BR><I>Hartteilerhaltung<\/I> liefert die &#252;berwiegende Menge fossil erhaltenen organogenen Materials. Unter Hartteilen versteht man nicht gegen <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/48625'>Oxidation<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/55957'>Reduktion<\/A> anf&#228;llige Kalk- und Kiesel-<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/26941'>Geh&#228;use<\/A> bzw. &#8211;Skelette, wie sie bei vielen Tierarten, aber auch bei einigen Algenarten vorkommen (z.B. Silicat bei <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/36076'>Kieselalgen<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/36078'>Kieselflagellaten<\/A>; Calcit bei einigen Gattungen der Rotalgen)."}