{"title":"Paloklimatologie: Infobox III","body":"<STRONG>Pal&#228;oklimatologie<BR><\/BR><BR><\/BR>2:<\/STRONG> Der wohl gr&#246;&#223;te Erfolg gelang der Pal&#228;oklimaforschung beim Verst&#228;ndnis und der Interpretation des pleistoz&#228;nen Erdklimas (etwa die letzten 2 Millionen Jahre), das wesentlich durch eine stete Abfolge von Eis- und Warmzeiten gekennzeichnet ist. Mittels Eisbohrkern- und Sedimentkern-Datierung konnte z.B. nachgewiesen werden, da&#223; die 5 letzten <I>Eiszeiten<\/I> mit einer Periode von etwa 100.000 Jahren aufeinanderfolgen. Auf diese dominierende Periode aufgesetzt finden sich jedoch auch h&#246;herfrequente Periodizit&#228;ten von ca. 40.000 und 20.000 Jahren, die mit erheblich kleineren Schwankungen des globalen Eisvolumens verbunden sind. Dem serbischen Astronomen <I>M. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/43034'>Milankovi&#269;<\/A><\/I> gelang die Formulierung einer &#252;berzeugenden Theorie. Er postulierte, da&#223; die von der Erde auf der Nordhemisph&#228;re empfangene Sommereinstrahlung der entscheidende Taktgeber f&#252;r das Wachsen und Schrumpfen der polaren Eisschilde darstellt. Bei z.B. verringerter Sommereinstrahlung bleibt mehr und mehr des im vorherigen Winter gefallenen Schnees liegen und sorgt &#252;ber den Verst&#228;rkungsmechanismus der Schnee-<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/1892'>Albedo<\/A> f&#252;r weitere Abk&#252;hlung. Dieser sich aufschaukelnde Abk&#252;hlungsproze&#223; ist nach Milankovi&#230; der entscheidende Faktor beim Eintritt in eine Eiszeit. So berechnete er 1914&#8211;1918 (in ungarischer Kriegsgefangenschaft), basierend auf den Prinzipien der Himmelsmechanik, die von der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/22132'>Erde<\/A> aufgenommene solare Einstrahlung f&#252;r die letzten ca. 500.000 Jahre. Das Zusammenspiel der Schwankungen der Exzentrizit&#228;t (Ellipsenform) der Bahn der Erde um die Sonne, der Schr&#228;gstellung der Erdachse (\"Schiefe der Ekliptik\", Obliquit&#228;t) und der Pr&#228;zession der &#196;quinoktien (infolge der taumelnden Kreiselbewegung der Erdachse) weist in der Tat genau die Periodizit&#228;ten auf, die in den geologischen Daten gefunden werden, n&#228;mlich ca. 41.000 Jahre (assoziiert mit Variationen der Neigung der Erdachse), 23.000 und 19.000 Jahre (assoziiert mit der Pr&#228;zession) und schlie&#223;lich 413.000 und 100.000 Jahre (assoziiert mit Variationen der Exzentrizit&#228;t)."}