{"title":"Photorezeption: Infobox I","body":"<STRONG>Photorezeption<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Die Weiterleitung des visuellen Signals, das der Absorption eines Photons und der dadurch hervorgerufenen photochemischen Reaktion des visuellen (Retinal)-Chromophors entspricht, erfolgt durch einen Botenstoff (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/60823'>sekund&#228;re Boten<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/29085'>G-Proteine<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/56829'>Rhodopsin<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/61524'>Signaltransduktion<\/A>). Dieser Transduktionsmechanismus gibt die Information der Aktivierung des in die Discs eingelagerten Rhodopsin-Molek&#252;ls mit hoher Verst&#228;rkung in mehreren Schritten an die &#228;u&#223;ere Membran der Sehzelle, in der ionensensitive Kan&#228;le lokalisiert sind, durch deren &#214;ffnen oder Schlie&#223;en eine &#196;nderung des Membranpotentials resultiert. Zumindest f&#252;r das visuelle System der Wirbeltiere wurde eindeutig gezeigt, da&#223; entgegen fr&#252;heren Annahmen nicht Calcium (sog. Calcium-Hypothese), sondern <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/13023'>cGMP<\/A> (3',5'-cyclo-Guanosinmonophosphat) diese Rolle &#252;bernimmt. Mit Hilfe der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/49731'><I>patch-clamp<\/I>-<I>Methode<\/I><\/A> (an &#8222;excised patches&#8220;) war es m&#246;glich, die lokale Konzentration verschiedener Ionen und Agenzien zu variieren und damit die Wirkung der Absorption eines Photons (also die verst&#228;rkte Aussch&#252;ttung des &#8222;second messengers&#8220;) zu simulieren. Man fand nur bei Konzentrations&#228;nderungen des cGMP, nicht aber bei Variation der Calciummenge ein &#214;ffnen oder Schlie&#223;en der Na<SUP>+<\/SUP>-Kan&#228;le (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/45413'>Natriumkan&#228;le<\/A>), das im nativen System der Antwort auf einen Lichtreiz, also einer &#196;nderung der Polarisation der Sehzelle (&#8222;Hyperpolarisation&#8220;), entspricht. Im Wirbeltier-System wird f&#252;r Calcium nunmehr eine Beteiligung an der Adaptation, also der Verst&#228;rkungsanpassung des Initiationssignals an unterschiedliche Lichtintensit&#228;ten und m&#246;glicherweise auch am Abschaltmechanismus der Sehkaskade diskutiert. Hinweise auf eine direkte Beteiligung des Calciums an der visuellen Transduktion finden sich bei den Wirbellosen, bei denen eine Lichtabsorption zu einer Depolarisierung der Sehzelle f&#252;hrt, die offensichtlich durch Aussch&#252;ttung von Calciumionen aus abgeschlossenen Zisternen in das innere Zellmilieu erfolgt. Als &#8222;second messenger&#8220;, dessen Konzentrations&#228;nderung durch Aktivierung eines Enzyms (wahrscheinlich Phospholipase C) geregelt wird, fungiert bei Wirbellosen m&#246;glicherweise Inositoltriphosphat (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/34516'>IP<SUB>3<\/SUB><\/A>)."}