{"title":"Ribozyme: Infobox I","body":"<STRONG>Ribozyme<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR><I>Ribozyme als therapeutische Agenzien:<\/I> Die Eigenschaft, komplement&#228;re RNA-Molek&#252;le &#252;ber <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/7301'>Basenpaarung<\/A> zu binden und durch stellenspezifische Spaltung zu zerst&#246;ren, er&#246;ffnet die Chance, Ribozyme als Therapeutika einzusetzen. So ist denkbar, Ribozyme zur zeit- und gewebespezifischen Ausschaltung viraler oder zellul&#228;rer RNAs zu verwenden. Dabei k&#246;nnen Ribozyme zum einen &#252;ber direkte Gabe verabreicht werden, oder man versucht, f&#252;r Ribozyme codierende Gene in die Zielzellen einzubringen, wo sie dann zur Expression kommen (somatische <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/27413'>Gentherapie<\/A>). Die direkte Applikation setzt eine stark erh&#246;hte Nucleaseresistenz (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46902'>Nucleasen<\/A>) und eine Permeationsf&#228;higkeit der Ribozyme durch zellul&#228;re <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/42042'>Membranen<\/A> voraus. Schutz vor nucleolytischem Abbau kann durch die Verwendung modifizierter <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46963'>Nucleotide<\/A> bei der chemischen Synthese von Ribozymen erreicht werden. Durch Bindung an kationische <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/39527'>Lipide<\/A>, welche die negativen <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/20734'>elektrischen Ladungen<\/A> der RNA neutralisieren, ist auch die <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/18154'>Diffusion<\/A> von Ribozymen durch die Zellmembran der Zielzelle m&#246;glich. Ribozym-codierende Gene k&#246;nnen &#252;ber virale <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/69137'>Vektoren<\/A>, wie amphotrope <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/56487'>Retroviren<\/A>, Adenovirus (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/1012'>Adenoviren<\/A>) oder Adeno-assoziiertes Virus (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/49681'>Parvoviren<\/A>), in Zellen gelangen. F&#252;r die in-vivo-Wirksamkeit der Ribozyme in den Zielzellen ist weiter die subzellul&#228;re Colokalisation mit der Ziel-RNA von entscheidender Bedeutung. Dies kann z.B. durch Anf&#252;gen einer viralen Dimerisierungs- und Verpackungssignalsequenz an eine Ribozym-RNA erreicht werden (vgl. Abb. 4). Einen Einflu&#223; auf die Ribozymaktivit&#228;t in vivo haben zudem Wechselwirkungen zwischen Ribozymen und zellul&#228;ren <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/57314'>RNA-bindenden Proteinen<\/A>. Bei einer therapeutischen Anwendung m&#252;ssen auch m&#246;gliche Kompensationsmechanismen, wie die erh&#246;hte Neusynthese oder eine effizientere Translation einer verminderten Menge an Ziel-RNA, ber&#252;cksichtigt werden."}