{"title":"Stickstoffkreislauf: Abbildung I","body":"<br>\n\n<img SRC='\/lexika\/images\/bio\/f9f6492.jpg' WIDTH='537' HEIGHT='550'><br>\n<STRONG>Stickstoffkreislauf<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Stickstoff liegt in der Biosph&#228;re in verschiedenen Formen vor. In der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/5848'>Atmosph&#228;re<\/A> sind riesige Mengen an molekularem Stickstoff (N<SUB>2<\/SUB>) enthalten. Dieser Stickstoff ist zum gr&#246;&#223;ten Teil nicht direkt f&#252;r lebende Organismen verf&#252;gbar. Eine Nutzung des atmosph&#228;rischen Stickstoffs ist erst m&#246;glich, wenn die extrem stabile kovalente <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/19373'>Dreifachbindung<\/A> (N&#8801;N) zwischen 2 Stickstoffatomen gespalten wird. Dies geschieht im wesentlichen bei der biologischen <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/63879'>Stickstoffixierung<\/A><\/I> durch <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/63878'>stickstoffixierende Bakterien<\/A><\/I> und bei der industriellen Stickstoffixierung. Bei beiden Formen der Stickstoffixierung entsteht <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/2928'>Ammonium<\/A><\/I>. Stickstoff kann auch atmosph&#228;risch fixiert werden durch Blitzentladungen und photochemische Umwandlung (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/51316'>Photochemie<\/A>) von molekularem Stickstoff in <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46522'>Nitrat<\/A>. Nach der Bindung des Stickstoffs tritt dieser in einen biogeochemischen Kreislauf ein. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/50664'>Pflanzen<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/42982'>Mikroorganismen<\/A> konkurrieren in diesem Kreislauf um Ammonium, das bei der Fixierung gebildet wird, oder um den Stickstoff, der durch den Abbau organischer Verbindungen <I>(<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/43146'>Mineralisation<\/A><\/I><I>)<\/I> im Boden freigesetzt wird. In den Pflanzen und Mikroorganismen wird der Stickstoff in Form von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/2870'>Aminos&#228;uren<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/54137'>Proteinen<\/A> und anderen Verbindungen festgelegt. &#220;ber die <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/51683'>Phytophagennahrungskette<\/A> und die Destruenten-Saprophagen-<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/45147'>Nahrungskette<\/A> wird der Stickstoff wieder weitergegeben, bis die organischen Stickstoffverbindungen des <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/8150'>Bestandsabfalls<\/A> durch <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/2923'>Ammonifikation<\/A><\/I> wieder in Ammonium (NH<SUB>4<\/SUB><SUP>+<\/SUP>) &#252;berf&#252;hrt werden. An der Ammonifikation sind Protein abbauende Bakterien- und Pilzarten beteiligt. Eine Quelle f&#252;r Ammonium sind auch stickstoffhaltige Ausscheidungsprodukte (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/23226'>Exkrete<\/A>) von Tieren. Bei hohen <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/51440'>pH-Werten<\/A> kann das bei der Ammonifikation entstandene Ammonium in <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/2914'>Ammoniak<\/A><\/I> (NH<SUB>3<\/SUB>) umgewandelt werden, das in die Atmosph&#228;re gelangt. Ammonium kann von Pflanzen als anorganische Stickstoffquelle genutzt werden. Ein Teil des Ammoniums wird unter aeroben Bedingungen durch <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46540'>nitrifizierende Bakterien<\/A><\/I> zu Nitrat oxidiert <I>(<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46538'>Nitrifikation<\/A><\/I><I>)<\/I>. Das entstandene Nitrat ist f&#252;r die meisten H&#246;heren Pflanzen die wichtigste Stickstoffquelle. Die Nitrifikation ist daher in allen <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/47498'>&#214;kosystemen<\/A> von besonderer Bedeutung. Die meisten Bakterien verwerten auch Nitrat als Stickstoffquelle. Bei Sauerstoffmangel k&#246;nnen einige Bakterienarten Nitrat als Wasserstoffakzeptor zum Gewinn von Stoffwechselenergie nutzen <I>(<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46526'>Nitratatmung<\/A><\/I><I>)<\/I>. Nitrat kann dabei nur bis zum Nitrit, bis zum Ammonium (= <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46523'>Nitratammonifikation<\/A><\/I>) oder zu Stickstoffoxiden (NO, N<SUB>2<\/SUB>O) und Stickstoff (N<SUB>2<\/SUB>) umgewandelt werden (<I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/17321'>Denitrifikation<\/A><\/I>). Bei der Denitrifikation gelangt der vorher im Nitrat gebundene Stickstoff wieder in die Atmosph&#228;re. &#8211; Ein gro&#223;er Teil der Stickstoffverbindungen in der Atmosph&#228;re besteht aus <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/63870'>Stickoxiden<\/A><\/I> (NO<SUB>x<\/SUB>), die haupts&#228;chlich aus Verbrennungsprozessen stammen. Die Stickoxide werden teilweise weitr&#228;umig verfrachtet und gelangen durch <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46421'>Niederschl&#228;ge<\/A> in terrestrische und aquatische &#214;kosysteme.<BR><\/BR>Die Abb. zeigt schematisch den Stickstoffkreislauf in einem Land&#246;kosystem."}