{"title":"Tabakmosaikvirus: Abbildung I","body":"<br>\n\n<img SRC='\/lexika\/images\/bio\/f9f6614.jpg' WIDTH='189' HEIGHT='242'><br>\n<STRONG>Tabakmosaikvirus<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Elektronenmikroskopische Aufnahme (ca. 10.000-fache Vergr&#246;&#223;erung) von Tabakmosaikviren.<BR><\/BR>Das st&#228;bchenf&#246;rmige Virion des weltweit verbreiteten pflanzenpathogenen Virus &#8211; eines der klassischen Objekte der Virusforschung &#8211; besteht aus einzelstr&#228;ngiger RNA ohne Membranh&#252;lle. Es enth&#228;lt 2130 identische <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/12076'>Capsomeren<\/A> (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/12073'>Capsid<\/A>), die eine helikale <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/64942'>Symmetrie<\/A> zeigen. Die Virusreplikation erfolgt im Cytoplasma; oftmals lagern sich die Viren zu kristallinen Gebilden zusammen. In den Zellen befallener Wirtspflanzen k&#246;nnen bis zu zehn Millionen Viruspartikel konzentriert sein. Ein systemischer Befall der gesamten Pflanze f&#252;hrt zur <I>Tabakmosaikkrankheit<\/I> (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/65177'>Tabakmosaik<\/A>). Neben dem Hauptwirt Tabak z&#228;hlen auch <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/66919'>Tomate<\/A> (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/64285'>Strichelkrankheit<\/A>) und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/49282'>Paprika<\/A> zu den potentiellen Wirtsorganismen, sowie seltener Obstb&#228;ume und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/70514'>Weinreben<\/A>. Das &#228;u&#223;erst infekti&#246;se Virus wird mechanisch &#252;bertragen und ist gegen&#252;ber Austrocknung, Erhitzung und vielen chemischen Agenzien sehr widerstandsf&#228;hig. Es kann sowohl im Pflanzensaft als auch im fermentierten Tabak jahrelang seine Infektiosit&#228;t erhalten. &#8211; Der Replikationszyklus verl&#228;uft bei allen <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/57339'>RNA-Viren<\/A> im wesentlichen gleich. Zun&#228;chst gelangen die infizierenden Viruspartikel &#252;ber Verletzungen in die Zelle. Dort wird ein Teil des Proteins der Nucleokapsel abgestreift und ein Cistron freigelegt, das fr&#252;he Proteine codiert. Eines dieser Proteine induziert eine im Wirtsgenom codierte <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/57324'>RNA-Polymerase<\/A>, welche die virale RNA repliziert. Zun&#228;chst wird eine als RF-Form bezeichnete, doppelstr&#228;ngige RNA gebildet, sp&#228;ter dann RNA, die der RNA der infizierenden Partikel gleicht. W&#228;hrend der anschlie&#223;enden Phase der exponentiellen Replikation setzt gleichzeitig die <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/67283'>Translation<\/A> der Capsomeren ein. Etwa 20 Stunden nach der Infektion ist die Replikation im Protoplasten der Wirtszelle nahezu abgeschlossen."}