{"title":"TGF: Infobox II","body":"<STRONG>TGF<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR><STRONG>2:<\/STRONG> Bedeutung von <I>TGF<SUB>&#945;<\/SUB><\/I> und <I>TGF<SUB>&#946;<\/SUB><\/I> in der Neurobiologie:<BR><\/BR><STRONG>a)<\/STRONG> <I>TGF&#945;,<\/I> ein strukturelles Homolog (5,6 kDa) zum Epidermiswachstumsfaktor (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/20162'>EGF<\/A>), kommt wie dieser im embryonalen und adulten Zentralnervensystem weitgehend &#252;berlappend mit EGF, jedoch in weit h&#246;heren Konzentrationen vor. Besonders hoch ist TGF<SUB>&#945;<\/SUB> im Corpus striatum exprimiert. TGF<SUB>&#945;<\/SUB> wird sowohl von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46009'>Nervenzellen<\/A> wie auch von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/28304'>Gliazellen<\/A> synthetisiert. Es bindet wie EGF, Amphiregulin (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/4623'>AR<\/A>), heparin binding EGF like factor (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/30956'>HB-EGF<\/A>), Betacellulin und Heregulin an den EGF-Rezeptor. TGF<SUB>&#945;<\/SUB> stimuliert u.a. die Proliferation von Glia- und Neuron-Vorl&#228;uferzellen, Differenzierung von Neuronen, Transmittersynthese und Neuritenwachstum und sch&#252;tzt Neurone vor toxischen Einfl&#252;ssen.<BR><\/BR><STRONG>b)<\/STRONG> <I>TGF<SUB>&#946;<\/SUB>:<\/I> Die molekulare Struktur der meisten der derzeit &#252;ber 50 bekannten Vertreter dieser Superfamilie multifunktioneller Wachstumsfaktoren mit sehr weiter Verbreitung ist gekennzeichnet durch 7 Cystein-Reste und einen &#8222;Cystin-Knoten&#8220;. TGF<SUB>&#946;<\/SUB> haben die typische Struktur sekretierter Signalmolek&#252;le und werden als Vorl&#228;ufermolek&#252;le synthetisiert, aus denen durch Spaltung an dibasischen Aminos&#228;uren das reife sekretierte Protein entsteht; sie haben keine &#196;hnlichkeit zu TGF<SUB>&#945;<\/SUB>. Die Superfamilie umfa&#223;t zahlreiche Subfamilien, zu denen u.a. die 3 TGF<SUB>&#946;<\/SUB>-Isoformen TGF<SUB>&#946;<\/SUB><SUB>1<\/SUB>, TGF<SUB>&#946;<\/SUB><SUB>2<\/SUB> und TGF<SUB>&#946;<\/SUB><SUB>3<\/SUB> der S&#228;uger, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/845'>Activine<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/34079'>Inhibine<\/A>, die bone morphogenetic proteins (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/9732'>BMP<\/A>), die GDNF-Familie (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46255'>neurotrophe Faktoren<\/A>) u.a. geh&#246;ren. Mitglieder der TGF<SUB>&#946;<\/SUB> kommen vom Fadenwurm <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/11531'>Caenorhabditis elegans<\/A><\/I> &#252;ber <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/19494'>Drosophila melanogaster<\/A><\/I> bis zu Wirbeltieren vor (TGF<SUB>&#946;<\/SUB><SUB>4<\/SUB> ist der Vogel-TGF<SUB>&#946;<\/SUB><SUB>1<\/SUB>, TGF<SUB>&#946;<\/SUB>5 der Xenopus-TGF<SUB>&#946;<\/SUB><SUB>1<\/SUB>). Sie haben wichtige Funktionen bei der Achsenbildung des K&#246;rpers (z.B. Festlegung von &#8222;vorn&#8220; und &#8222;hinten&#8220;, Lage des Nervensystems; <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/20995'>Embryonalentwicklung<\/A>) und regeln auch in der Entwicklung des <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46005'>Nervensystems<\/A> Zell-<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/18143'>Differenzierung<\/A>, -teilung und -wanderung bzw. -bewegung. TGF<SUB>&#946;<\/SUB> sind oft in biologisch inaktiver Form in der Extrazellul&#228;rmatrix gebunden und k&#246;nnen durch pH-Wert-Ver&#228;nderung und enzymatisch aktiviert werden. Die meisten TGF<SUB>&#946;<\/SUB> signalisieren &#252;ber heteromere Komplexe von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/61165'>Serin\/Threonin-Kinasen<\/A>, die &#252;ber sog. Smad-Molek&#252;le signalisieren, welche nach Translokation in den Zellkern die <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/67276'>Transkription<\/A> zahlreicher Gene regulieren. Wichtige Beispiele f&#252;r die Wirkungen von TGF<SUB>&#946;<\/SUB> im embryonalen und adulten Nervensystem sind, neben Regulierung von anterioren und posterioren Merkmalen im <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46136'>Neuralrohr<\/A> durch BMP, die Spezifizierung von adrenergen Nervenzelltypen im sympathischen Nervensystem (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/64948'>Sympathikus<\/A>) durch BMP4 sowie die Rolle von TGF<SUB>&#946;<\/SUB> bei der Glianarbenbildung und der Steuerung von &#220;berleben und Tod (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/4488'>Apoptose<\/A>) von Nervenzellen."}