{"title":"Vitamine: Infobox II","body":"<STRONG>Vitamine<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Erste Hinweise darauf, da&#223; durch einseitige Ern&#228;hrung bedingte Krankheiten durch bestimmte, in kleinen Mengen erforderliche &#8222;Faktoren&#8220; geheilt werden k&#246;nnen, waren schon Ende des 19. Jahrhunderts bekannt. 1897 wurde als erstes Vitamin das <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/66361'>Thiamin<\/A> entdeckt (damals noch Antiberiberifaktor genannt). F.G. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/32566'>Hopkins<\/A> konnte 1912 durch Tierversuche zeigen, da&#223; eine aus reinen <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/54137'>Proteinen<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/24254'>Fetten<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/36586'>Kohlenhydraten<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/43156'>Mineralstoffen<\/A> zusammengesetzte <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/17868'>Di&#228;t<\/A> zu Mangelerscheinungen f&#252;hrt und da&#223; in vollwertiger Nahrung &#8222;akzessorische Ern&#228;hrungsfaktoren&#8220; in kleinen Mengen enthalten sein m&#252;ssen. Im gleichen Jahr wurde von C. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/26046'>Funk<\/A> aufgrund der basischen Eigenschaft von Thiamin die Bezeichnung &#8222;Vit-amine&#8220;, d.h. &#8222;zum Leben notwendige Amine&#8220;, eingef&#252;hrt. Diese Bezeichnung wurde beibehalten, obwohl sich sp&#228;ter zeigte, da&#223; zu den Vitaminen auch neutrale (z.B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/11599'>Calciferol<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/51492'>Phyllochinon<\/A>) und saure (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/5390'>Ascorbins&#228;ure<\/A>) Verbindungen z&#228;hlen. In den 1930er Jahren, als die Entdeckungsphase f&#252;r die meisten Vitamine abgeschlossen war (Ausnahmen sind das 1948 entdeckte <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/14608'>Cobalamin<\/A> und das erst 2003 entdeckte Pyrrolochinolinchinon [<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/53399'>PQQ<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/13499'>Chinoproteine<\/A>]), wurde der Zusammenhang zwischen Vitaminen und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/14793'>Coenzymen<\/A> erkannt.<BR><\/BR>Die Benennung der Vitamine erfolgte urspr&#252;nglich nach den Krankheitssymptomen, die ihr Fehlen verursachte, z.B. antirachitisches, antiskorbutisches und antineuritisches Vitamin. Da die Wirkung jedoch nicht in allen F&#228;llen so spezifisch ist, bezeichnete man die Vitamine schon fr&#252;h mit gro&#223;en lateinischen Buchstaben und f&#252;gte gegebenenfalls arabische Ziffern als Indizes hinzu. Im medizinisch-pharmazeutischen Bereich werden zur Zeit vorzugsweise Bezeichnungen benutzt, die zum Teil als internationale Freinamen auf die Wirkung (Retinol, Ergocalciferol) oder den chemischen Aufbau (Thiamin, Riboflavin) hinweisen. &#8211; Die Wirksamkeit der Vitamine wurde urspr&#252;nglich durch willk&#252;rlich definierte Einheiten festgelegt. Nachdem die Konstitution der Vitamine bekannt war, setzte man die Wirkung einer bestimmten Menge eines reinen Vitamins als <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/34313'>Internationale Einheit<\/A> (I.E.) fest. Durch Umrechnungsfaktoren lassen sich diese Einheiten auf die chemisch reinen Substanzen beziehen."}