{"title":"Wasserhaushalt: Infobox I","body":"<STRONG>Wasserhaushalt<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Im allgemeinen ist das <I>K&#246;rperwasser<\/I> auf 2 gegeneinander abgegrenzte <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/25403'>Fl&#252;ssigkeitsr&#228;ume<\/A> verteilt, den <I>Intrazellularraum<\/I> (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/34402'>Intrazellularfl&#252;ssigkeit<\/A>) und den <I>Extrazellularraum<\/I> (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/23407'>extrazellul&#228;re Fl&#252;ssigkeit<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/27884'>Gewebefl&#252;ssigkeit<\/A>), wobei ersterer, als die Summe der Volumina der einzelnen Zellen mit rund 30&#8211;40% Anteil vom <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/37139'>K&#246;rpergewicht<\/A> das gr&#246;&#223;te Kompartiment ist. Der Extrazellularraum kann unterschieden werden in den <I>insterstitiellen Raum<\/I> (ca. 25% des K&#246;rpergewichts), den <I>Plasmaraum<\/I> (5%) und den <I>Transzellularraum<\/I>, der die von Pleura (Brustfell; <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/10883'>Brust<\/A>), Bauchfell (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/7513'>Bauchh&#246;hle<\/A>) und Perikard (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/31502'>Herzbeutel<\/A>) umgebenen R&#228;ume, den Liquorraum (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/39608'>Liquor<\/A>), die Augenh&#246;hlen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/6076'>Auge<\/A>) sowie die Lumina von Magen-Darm-Trakt (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/40594'>Magen<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/16803'>Darm<\/A>), <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/68792'>Urogenitalsystem<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/19528'>Dr&#252;sen<\/A> umfa&#223;t. Er ist vom Interstitialraum durch eine Schicht von Epithelzellen getrennt. &#8211; Die verschiedenen Fl&#252;ssigkeitsr&#228;ume zeigen unterschiedliche Elektrolytzusammensetzung (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/20766'>Elektrolyte<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/20767'>Elektrolythaushalt<\/A>). So &#252;berwiegen im Extrazellularraum Natrium- (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/45392'>Natrium<\/A>) und Chloridionen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/13584'>Chlor<\/A>), w&#228;hrend intrazellul&#228;r Kaliumionen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/35141'>Kalium<\/A>) sowie anionische <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/54137'>Proteine<\/A> und Phosphatverbindungen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/51170'>Phosphate<\/A>) dominieren. Die ungleiche Verteilung der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/35618'>Kationen<\/A> ist von gro&#223;er Bedeutung, da sie Voraussetzung f&#252;r die Entstehung und Aufrechterhaltung des <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/42059'>Membranpotentials<\/A> ist. Wasser kann zwischen allen beschriebenen R&#228;umen frei diffundieren (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/18154'>Diffusion<\/A>), wobei die treibende Kraft der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/48401'>osmotische Druck<\/A> bzw. in den <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/9657'>Blutkapillaren<\/A> der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/33124'>hydrostatische Druck<\/A> ist. &#8211; Wichtig ist die Konstanz von Volumen und Ionenzusammensetzung der einzelnen Kompartimente, was nur durch eine ausgeglichene Wasser- und Elektrolytbilanz nach au&#223;en erreicht werden kann. Wasseraufnahme und Wasserabgabe werden normalerweise im wesentlichen durch orale Zufuhr (Trinken), <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/56374'>Resorption<\/A> in Darm und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46429'>Niere<\/A>, Ausscheidung &#252;ber die Niere, Sekretion von Schwei&#223; (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/60338'>schwitzen<\/A>) und Bildung von Oxidationswasser bestimmt, die Elektrolytaufnahme und -abgabe vor allem durch die Resorption in Darm und Niere sowie die Verluste &#252;ber den <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/60236'>Schwei&#223;<\/A>. &#8211; Mangel an Wasser <I>(Dehydratation)<\/I> oder Wasser&#252;berschu&#223; (<I>Hyperhydratation)<\/I>, die oft mit gleichzeitigem Mangel oder &#220;berschu&#223; an <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/45399'>Natriumchlorid<\/A> einhergehen, wirken sich u.a. &#252;ber die Schwellung oder Schrumpfung von Zellen (vor allem im <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/26946'>Gehirn<\/A>), eine Abnahme des <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/9713'>Blutvolumens<\/A>, dem ein Abfall des <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/9543'>Blutdrucks<\/A> folgt, sowie einer Zunahme des interstitiellen Volumens, die zu <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/47292'>&#214;demen<\/A> f&#252;hrt, aus und k&#246;nnen zu lebensbedrohlichen St&#246;rungen f&#252;hren."}