{"title":"Lokalansthetika: Zusatzinfo I","body":"<STRONG>Lokalan&#228;sthetika<\/STRONG>\n<P>Lokalan&#228;sthetika sind Natriumkanalantagonisten, deren Bindungsstelle im Inneren des Natriumkanals in der hydrophilen Pore liegt. Lokalan&#228;sthetika senken dadurch die Membranpermeabilit&#228;t f&#252;r Na<SUP>+<\/SUP>-Ionen; in toxischen Konzentrationen werden auch <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/6357'>Kaliumkan&#228;le<\/A> blockiert. Die Lokalan&#228;sthetika m&#252;ssen sich in die <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/7555'>Membran<\/A> einlagern oder durch die Membran \"hindurchl&#246;sen\", um einen Effekt aus&#252;ben zu k&#246;nnen. Die heute verwendeten Lokalan&#228;sthetika liegen beim physiologischen pH von 7,4 nur zu einem geringen Prozentsatz in der nichtionisierten Form vor. Nur in dieser lipophilen Form k&#246;nnen sie in die Membran eindringen und an ihren Wirkort gelangen. Der lipophile Molek&#252;lteil wird dabei in die Membran eingelagert, der hydrophile Molek&#252;lteil blockiert den Kanal. Ist der pH-Wert des Gewebes h&#246;her als 7,4, so liegen die Lokalan&#228;sthetika fast ausschlie&#223;lich in der nicht-ionisierten Form vor und verlieren ihre Wirksamkeit, da auch der sonst hydrophile Teil des Molek&#252;ls in die lipophilen Bereiche des Ionenkanals zu liegen kommt. Ist der pH des Gewebes niedriger als 7,4, liegen die Lokalan&#228;sthetika zum gr&#246;&#223;ten Teil in der ionisierten Form vor und k&#246;nnen sich nicht in die Membran einlagern, weshalb sie ihre Wirksamkeit ebenfalls einb&#252;&#223;en. Manche Lokalan&#228;sthetika (z.B. das prim&#228;re Amin Benzocain) bewirken durch Einlagern in die Membran eine St&#246;rung des Membrangef&#252;ges und damit eine indirekte Blockade des Na<SUP>+<\/SUP>-Kanals. Ihr Wirkmechanismus ist damit analog dem der Inhalationsnarkotika.<\/P>"}