{"title":"Migrne: Zusatzinfo I","body":"<STRONG>Migr&#228;ne<\/STRONG>\n<P>Eine Depolarisationswelle hat immer einen kurzfristigen Zusammenbruch des Ionenmilieus zur Folge. Bei der k&#252;nstlichen Ausl&#246;sung von Depolarisationswellen im Tierversuch mittels Kaliumchloridinjektionen kommt es zu einer kurzen, aber heftigen Aktivit&#228;t: <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/293'>Aktionspotentiale<\/A> entstehen, <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/8752'>Neurotransmitter<\/A> wie <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/4842'>Glutamat<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/939'>Aspartat<\/A> werden ausgesch&#252;ttet; darauf folgt ein minutenlanger Zeitraum der Unerregbarkeit (Depression). Dabei &#228;ndert sich die Ionenverteilung stark, und Wasser str&#246;mt in die Neurone ein, woraufhin sich die Gr&#246;&#223;e des extrazellul&#228;ren Raums halbiert, die Nerven- und <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/4781'>Gliazellen<\/A> jedoch aufbl&#228;hen. Diese Ver&#228;nderungen werden unter hohem Energieaufwand innerhalb weniger Minuten mittels <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/6227'>Ionenpumpen<\/A> r&#252;ckg&#228;ngig gemacht: Durchblutung, Glucose- und Sauerstoff-Verbrauch sind dabei kurzfristig erh&#246;ht. Im Gegensatz zur Isch&#228;mie ist also bei der Depolarisationswelle ein Energiemangel nicht die Ursache, sondern eher die Folge. Hierin ist vielleicht auch der Grund f&#252;r die Ersch&#246;pfung nach den Migr&#228;ne-Attacken zu suchen. <\/P>"}