{"title":"Mollusken-Nervensystem: Zusatzinfo IV","body":"<STRONG>Mollusken-Nervensystem<\/STRONG>\n<P><STRONG>3<\/STRONG> <I>Tetrabranchiata-Nervensystem:<\/I><BR><\/BR>Als besonders urspr&#252;ngliche Merkmale von <I>Nautilus<\/I> werden u.a. die Ausbildung einer &#228;u&#223;eren Schale, die hohe Anzahl saugnapfloser Tentakel (ca. 90 St&#252;ck) und die einfachen Lochkamera-Augen angenommen. Die Organisation der nerv&#246;sen Struktur unterscheidet sich deutlich von der anderer Mollusken, wie z.B. der Gastropoda: Es sind z.B. keine kompakten Ganglien vorhanden.<BR><\/BR>Das <I>Nautilus-Gehirn<\/I> ist wesentlich einfacher gebaut als das der dibranchiaten Cephalopoda, jedoch im Vergleich zu den Gastropoda keineswegs primitiv. Obwohl die f&#252;r Dibranchiata typischen Zentren f&#252;r <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/7003'>Lernen<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/4050'>Ged&#228;chtnis<\/A> und fein abgestimmte Armbewegungen fehlen oder noch nicht nachgewiesen wurden, so ist es de facto nach dem gleichen Bauplan aufgebaut. Es besteht aus drei ringf&#246;rmig um den Oesophagus orientierten, medull&#228;ren Nervenstr&#228;ngen mit einem supraoesophagealen und zwei suboesophagealen Anteilen sowie einem magnocellularen Lobus an jeder Seite. Die r&#228;umliche Trennung dieser Nervenstr&#228;nge bei Nautilus hat ein von den Verh&#228;ltnissen bei dibranchiaten Cephalopoden abweichendes Erscheinungsbild zur Folge. Der supraoesophageale Anteil bzw. Cerebralstrang verl&#228;uft &#252;ber dem Oesophagus. An ihm haben Labial- und Buccalnerven ihren Ursprung. Dem Cerebralstrang unterliegt die Kontrolle des Fre&#223;vorgangs, was durch Verbindungen zwischen Buccalregion, Lobi optici, Lobi olfactorii, den chemorezeptiven Organen und den Tastrezeptoren der Tentakel deutlich wird. Der Cerebralstrang geht ohne scharfe Grenzen in die magnocellularen Lobi und die Lobi optici &#252;ber. Der obere Anteil der magnocellularen Loben bildet den Ursprung f&#252;r die Innervation der vorderen und hinteren Augententakel. Die beiden suboesophagealen Anteile des Gehirns setzen sich aus dem posterioren Palliovisceralstrang (Pleurovisceralstrang) und dem anterioren Pedalstrang zusammen, der sich wiederum in einen Lobus brachialis und einen Lobus infundibularis untergliedern l&#228;&#223;t. Der posteriore Palliovisceralstrang entsendet die Visceralnerven sowie Fasern zur Retraktormuskulatur. <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/214'>Afferenzen<\/A> aus den Statocysten ziehen &#252;ber die magnocellularen Lobi in diesen Nervenstrang hinein. Der anteriore Pedalstrang hat als Innervationsgebiete Arme, Kopfkappe und Trichter. Die drei genannten Nervenstr&#228;nge vereinigen sich auf beiden Seiten in je einem Lobus magnocellularis. Diese Lobi enthalten die wichtigsten motorischen Zentren des Tieres. Im Gegensatz zu den dibranchiaten Cephalopoden bilden die optischen Nerven kein <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/2080'>Chiasma opticum<\/A> zwischen der <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/8442'>Netzhaut<\/A> und den Lobi optici aus.<BR><\/BR><I>Peripheres Nervensystem:<\/I> Von der supraoesophagealen Region des Gehirns ziehen Nervenfaserb&#252;ndel zu den Tentakeln. Die nur bei Nautiliden vorhandenen vorderen und hinteren Augententakel werden von den magnocellularen Loben versorgt. Der hintere Schlundring entsendet die Visceralnerven, die die Eingeweide innervieren, und Schalenmuskelnerven. Die f&#252;r Dibranchiata charakteristischen <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/12281'>Sternganglien<\/A> sind nicht vorhanden. Buccalganglien sind f&#252;r die Innervation der Radula zust&#228;ndig. Nautiliden verf&#252;gen &#252;ber Osphradien, die den &#252;brigen Cephalopoden fehlen.<\/P>"}