{"title":"Bewutsein: 1","body":"<BR><\/BR><STRONG>Bewu&#223;tsein bei Tieren<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Einige Tiere, vor allem <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/42113'>Menschenaffen<\/A>, zeigen kognitive Leistungen, die Menschen nur <I>bewu&#223;t<\/I> vollbringen k&#246;nnen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/7794'>Begriffsbildung<\/A>), wie z. B. Selbsterkennen im Spiegel, komplizierte Manipulationen, L&#246;sen schwieriger Probleme oder das Planen l&#228;ngerer Handlungsketten, und sie benutzen bei diesen Leistungen dieselben Hirnstrukturen wie Menschen, z. B. den pr&#228;frontalen Cortex. Es ist deshalb berechtigt, diesen Tieren bestimmte, mit diesen Leistungen zusammenh&#228;ngende menschliche Bewu&#223;tseinsformen zuzusprechen. Allerdings ist unser Bewu&#223;tsein stark sprachlich (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/63007'>Sprache<\/A>) &#252;berformt. Bemerkenswerterweise entwickeln sich beim Kind die typisch menschlichen Bewu&#223;tseinsformen, z. B. selbstreflexives Bewu&#223;tsein, parallel zur syntaktischen Sprache, die allein der Mensch zeigt. Untersuchungen an sog. Split-Brain-Patienten <I>(<\/I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/62904'>Split-Brain<\/A><I>)<\/I> mit durchtrenntem Balken zeigen, da&#223; die (bei den meisten Menschen) sprachunf&#228;hige rechte Hemisph&#228;re keine komplexeren logischen Operationen ausf&#252;hren kann, was einer impliziten Informationsverarbeitung &#228;hnlich ist. Entsprechend wurde gefolgert, da&#223; Primaten \"zwei rechte Hemisph&#228;ren\" besitzen. Allerdings ist das Gehirn eines <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/59255'>Schimpansen<\/A> der rechten Hemisph&#228;re eines Split-Brain-Patienten weit &#252;berlegen. Es mag sein, da&#223; beim Menschen die rechte Hemisph&#228;re durch die Entwicklung der Sprachf&#228;higkeit in der linken Hemisph&#228;re kognitiv verarmt ist.<BR><\/BR><BR><\/BR><BR><\/BR>"}