{"title":"Pharmakokinetik: Zusatzinfo I","body":"<STRONG>Pharmakokinetik<\/STRONG>\n<P>Unter den verschiedenen Applikationsformen erm&#246;glicht die parenterale (unter Umgehung des Verdauungstrakts - meist intraven&#246;s) eine sehr exakte Dosierung und einen raschen Wirkungseintritt. Am h&#228;ufigsten ist jedoch die orale Arzneimittelapplikation, z.B. als Tablette. Ausma&#223; und Geschwindigkeit der anschlie&#223;enden Resorption im Organismus, d.h. die Aufnahme aus dem Verdauungstrakt in den Blutkreislauf, sind abh&#228;ngig von den chemisch-physikalischen Eigenschaften der einzelnen Substanzen und der Zubereitung der Substanz. Ein Ma&#223; f&#252;r die Resorptionsquote ist die <I>Bioverf&#252;gbarkeit,<\/I> die f&#252;r intraven&#246;s gegebene Substanzen definitionsgem&#228;&#223; 100% betr&#228;gt und bei oraler Gabe nach Messung der Blutplasmaspiegel dazu ins Verh&#228;ltnis gesetzt wird. Durch den <I>first pass effect<\/I> werden viele Substanzen nach Resorption aus dem Magen-Darm-Trakt direkt zur Leber geleitet und dort der Biotransformation zugef&#252;hrt, d.h. durch Stoffwechselprozesse in ihrer Wirkung meistens abgeschw&#228;cht oder vollkommen inaktiviert. F&#252;r <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/1274'>Barbiturate<\/A> kann nach wiederholter Gabe diese Biotransformation durch Enzyminduktion gegen&#252;ber der erstmaligen Gabe wesentlich erh&#246;ht sein. Ein Ma&#223; f&#252;r die Diffusion der Substanzen aus dem Blutkreislauf ins umgebende Gewebe ist ihre <I>Verteilung,<\/I> die ihrerseits abh&#228;ngig ist von der Molek&#252;lgr&#246;&#223;e der Substanz, der Fett- oder Wasserl&#246;slichkeit und der Bindung an Gewebs- oder Plasmaproteine. Im <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/4081'>Gehirn<\/A> entscheiden diese Eigenschaften, ob ein Wirkstoff die <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/1606'>Blut-Hirn-Schranke<\/A> &#252;berwinden kann oder nicht. Die quantitative Messung der Wirkstoffkonzentration im Blutplasma zu verschiedenen Zeitpunkten liefert charakteristische Plasmaspiegelkurven. Daraus lassen sich weitere pharmakokinetische Kenngr&#246;&#223;en berechnen. Maximalspiegel und der zugeh&#246;rige Zeitpunkt geben Aufschlu&#223; &#252;ber den Verlauf der Resorption. Daraus kann weiterhin die <I>Halbwertszeit<\/I> ermittelt werden, d.h. die Zeit, die ben&#246;tigt wird, damit sich der Plasmaspiegel einer Substanz halbiert. Ein Ma&#223; f&#252;r die Ausscheidungskraft des K&#246;rpers ist die <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/2233'><I>clearence<\/I><\/A>. Wesentlichen Anteil an der Gesamtclearence des K&#246;rpers haben Niere und Leber, aber auch durch Abatmung oder Schwitzen k&#246;nnen Substanzen ausgescheiden werden. Eine verminderte Arzneimitteldosierung ist bei Patienten mit Niereninsuffizienz oder Leberfunktionsst&#246;rungen indiziert.<\/P>"}