Kompaktlexikon der Biologie



Uredinales: Entwicklungszyklus mit Wirtswechsel des Rostpilzes Puccinia graminis, dem Erreger des Getreide-Schwarzrostes. 1 Basidiosporen bilden auf einer Wirtspflanze (Berberitze) Keimhyphen, die die Cuticula durchbrechen (2) und mit einem einkernig-haploiden Mycel das Wirtsgewebe durchwuchern (3). Nahe der Blattoberfläche bilden sich krugförmige Spermogonien, die Pyknosporen abschnüren (4). Diese sind nicht infektionsfähig und bilden kein Mycel aus, sondern übertragen männliche Kerne auf weibliche Empfängnishyphen (4a). Gleichzeitig verknäulen sich an der Blattunterseite die Hyphen zu Aecidien, in die die gegengeschlechtlichen Kerne von den Empfängnishyphen einwandern. Es bilden sich dikaryotische Zellen, die zu becherförmigen, orange gefärbten Aecidien auswachsen, die die Blattunterseite durchbrechen (5). Sie bilden zahlreiche Aecidiosporen, die mit dem Wind verfrachtet werden (6), worauf ein Wirtswechsel erfolgt, denn die Aecidiosporen keimen nur auf Getreide (7). In Abhängigkeit von der Witterung bilden sich aus dem sich entwickelnden dikaryotischen Mycel mehrere Generationen von Sporenlagern, die die Epidermis durchbrechen und in großer Zahl gelbliche Sommersporen (Uredosporen) bilden (8). Diese infizieren neue Getreidepflanzen (9). Zum Herbst hin entwickelt das gleiche Paarkernmycel in fast schwarzen Uredolagern die auf Stielen sitzenden Wintersporen (Teleutosporen, 10), die braun, dickwandig und gegen Trockenheit und Kälte widerstandsfähig sind (11). In den Zellen verschmelzen die Kernpaare miteinander (Karyogamie, 12). Die Teleutosporen überwintern, und im Frühjahr keimt jede der diploiden Zellen (Probasidie) nach einer Meiose zu einer Basidie aus (13). In dieser werden zwischen den vier haploiden Kernen Querwände eingezogen, und jede der vier Zellen entwickelt sich durch Sprossung zu einer Basidiospore (14)

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