Kompaktlexikon der Biologie



Allergie: Beim Erstkontakt wird das Allergen von dendritischen Zellen aufgenommen. Diese spalten das Allergen in Peptide und präsentieren es durch Histokompatibilitäts-Antigene (MHCII-Moleküle) auf der Zelloberfläche. Wenn eine TH0-Zelle einen solchen Komplex aus Peptid und MHCII-Molekül erkennt, wird sie aktiviert und verwandelt sich unter Einfluss von Interleukin 4 in eine TH2-Zelle. Gleichzeitig bindet das Allergen an die Rezeptoren einer allergiespezifischen reifen B-Zelle, die dadurch aktiviert wird, das Allergen aufnimmt und nun ebenfalls Allergen-Peptide durch MHCII-Moleküle präsentiert. Dies führt dazu, dass die durch den Allergenkontakt entstandenen TH2-Zellen sowohl an den Peptid-MHCII-Komplex als auch an ein spezielles B-Zell-Oberflächenmolekül (CD40) bindet. Aufgrund dieser Reaktion kommt es bei der B-Zelle zum Klassensprung zu IgE (Immunglobuline) und sie sezerniert in der Folge große Mengen von IgE-Molekülen, die überall im Körper von Mastzellen an speziellen Rezeptoren auf ihrer Oberfläche gebunden werden. Beim Zweitkontakt bindet das Allergen an die IgE-/IgE-Rezeptorkomplexe der Mastzellen und vernetzt sie. Innerhalb weniger Sekunden setzen die so aktivierten Mastzellen Entzündungs-Mediatioren wie Histamin, Serotonin, Heparin oder Bradykinin frei. Dadurch wird lokal die Gefäßdurchlässigkeit erhöht, die glatte Muskulatur kontrahiert, und es kommt zu vielfältigen Symptomen. Aufrecht erhalten wird die allergische Reaktion durch die zeitlich verzögerte Freisetzung von Cytokinen, Chemokinen und Leukotrienen durch die Mastzellen

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