Lexikon der Ernährung

alkoholische Getränke: Tab. 2. Ernährungsempfehlungen in Bezug auf alkolische Getränke bei verschiedenen Stoffwechselerkrankungen.

Adipositas

A. G. tragen aufgrund ihres Energiegehaltes wesentlich zu einer hyperkalorischen Ernährung bei und begünstigen die Entstehung von Übergewicht und Adipositas. Im Rahmen der Adipositastherapie sollte daher auf a. G. verzichtet werden.

Diabetes mellitus

Alkohol beeinflusst die Homöostase der Glucosekonzentrationen im Blut. Die Glucose-induzierte Insulinsekretion wird durch Alkohol verstärkt und kann eine schwere reaktive Hypoglycämie nach der Aufnahme kohlenhydratreicher Lebensmittel hervorrufen. Hinweise für den Genuss von a. G. können nur auf der Basis der induividuellen Stoffwechsellage gegeben werden. Liegen gleichzeitig weitere Stoffwechselstörungen wie Adipositas, Hypertriglyceridämie oder Hypertonie vor, wird ein restriktiver Umgang mit alkoholischen Getränken gefordert.

Hypertriglyceridämie

Über verschiedene Mechanismen fördert hoher Alkoholkonsum die Triglyceridsynthese und ist einer der wichtigsten Ursachen für die Hypertriglyceridämie. Alkohol in Verbindung mit einer hohen Fettaufnahme verstärkt die VLDL-Synthese sowie die Produktion von Chylomikronen im Darm. Die Empfehlungen zur Ernährung bei Hypertriglyceridämie beinhalten den Verzicht auf alkoholische Getränke.

Hypertonie

Zwischen dem chronischen Alkoholmissbrauch und dem Auftreten einer arteriellen Hypertonie bestehen direkte Zusammenhänge. Im Rahmen der Ernährungstherapie wird empfohlen, den Alkoholkonsum einzuschränken.

Koronare Herzkrankheiten (KHK)

Epidemiologische Untersuchungen zeigen, dass ein regelmäßiger geringer Alkoholkonsum mit einem geringeren Risiko verknüpft ist, eine KHK zu entwickeln. Die positive Wirkung wird primär auf einen Anstieg des HDL-Cholesterins zurückgeführt. Vor dem Hintergrund der bekannten Gesundheitsgefahren wird ein regelmäßiger Konsum alkoholischer Getränke zur KHK-Prävention nicht empfohlen.

Hyperurikämie; Gicht

Hoher Alkoholkonsum führt über eine Hyperlactatacidämie zu einer Verminderung der renalen Harnsäureausscheidung und erhöhten Harnsäurekonzentrationen. Aufgrund des vermehrten Abbaus von Adeninnucleotiden ist die hepatische Harnsäuresynthese erhöht. Auch der Puringehalt von Bier (15 mg / 1000 g) führt zum Anstieg des Harnsäurespiegels. Im Rahmen der Ernährungstherapie wird eine Einschränkung des Konsums alkoholischer Getränke empfohlen.



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