Lexikon der Ernährung

Pflanzengifte: Tab. Beispiele wichtiger Pflanzengifte. Unmittelbar als Nahrungs- oder Genussmittel dienende Pflanzen in Fettschrift.

Substanzklasse

Beispiele

Vorkommen

Wirkung / Bedeutung

Tropanalkaloide

Atropin, L-Hyoscyamin und

L-Hyoscin

Tollkirsche

Stechapfel

Bilsenkraut

wirken als Parasympatholytika (10–12 Beeren der Tollkirsche können für Erwachsene tödlich sein)

Pyridine / Piperidinalkaloide

Nicotin

Coniin

Tabak

gefleckter Schierling

Ganglienblocker

Verwechslung mit Petersilie möglich

Chinolizidinalkaloide

Cytisin



Spartein

Goldregen, Stechginster, gelbe Lupine, Besenginster

Ganglienblocker



Ganglienblocker

Pyrrolizidinalkaloide

Retorsin

Heliotrin

Jacobin

Kreuzkraut

Heliotrop

Hanfarten

ausgesprochen lebertoxische Wirkung, zählen zu den natürlichen Cancerogenen

Terpenalkaloide

Aconitin

Eisenhut

(gilt als giftigste Pflanze Europas), wirkt zunächst erregend, später lähmend auf das ZNS

Mutterkornalkaloide

Claviceps purpurea (Pilz v. a. auf Roggen und Hirse)

Ergotismus

Steroidalkaloide

Solanin

rohe Kartoffeln

führt zu Gastroenteritis und ZNS-Störungen

Glucosinolate

Glycoside

Vicin / Convicin

Linamarin

Ackerbohne

Maniok

können beim Vorliegen eines genetisch bedingten Mangels an Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase zum Favismus führen

setzt Blausäure frei

Proteine

Lectine

Bohne

hämorrhagische Gastroenteritis

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