Lexikon der Ernährung

Retinol: Tab. 2. Biochemische Funktionen von R. und seinen Vitameren.

Retinol

Vitamin-A-Transportform und bedeutsam für die Fortpflanzung (Cholesterin für Steroidhormone) und das Wachstum der Epithelzellen und Schleimhäute:

Retinol → Retinylphosphat,

Retinylphosphat-Mannose + Oligosaccharid → Oligosaccharid-Mannose + Retinylphosphat

Retinylester

Speicherformen vor allem in der Leber, vorwiegend Retinylpalmitat, aber auch Retinylstearat und -oleat

11-cis- und all-trans-Retinal

Wirkung im Rhodopsinzyklus des Auges:

Rhodopsin (11-cis-Retinal + Opsin) → Opsin + all-trans-Retinal.

Dieses setzt eine Reaktionskaskade in Gang über Aktivierung eines G-Proteins zur Aktivierung von Phosphodiesterase, zur Senkung der cGMP-Konzentration, damit zum Schließen der Na+-Kanäle und schließlich zur Hyperpolarisation. Für den Zerfall von Rhodopsin wird Energie benötigt.

Retinsäure

Ausgeprägte Wirkung auf Proliferation und Differenzierung verschiedener Gewebe (Respirationsepithel, Darmschleimhaut, Haut, div. Tumorzellen), die durch Interaktionen mit zwei Subfamilien nucleärer Retinsäurerezeptoren, RAR (α,β,τ) und RXR (α,β,τ) erklärt werden (Familie der Steroid-Thyroid-Rezeptoren). Nach Bindung der Retinsäure wirkt der Retinoidrezeptor als Transcriptionsfaktor durch Bindung an spezifische DNA-Sequenzen (RARE, retinoic acid responsive element, TRE, thyroid responsive element). Dies führt zur Expression vieler Faktoren die in Wachstum und Differenzierung von Zellen und Geweben eingreifen (Wachstumshormonrezeptoren, Oncogene, Interleukine, Cytokine, Zell-Zell-Interaktionsfaktoren).

glucuronidierte Verbindungen des Retinols

Ausscheidungsprodukte mit biologischer Wirkung auf Wachstum und Differenzierung in vitro.

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