Lexikon der Neurowissenschaft



Psychophysik

Abb. 2: Psychometrische Funktionen (wahrgenommene Schallrichtung bei verschiedener Kopfstellung). Hierbei ist die prozentuale Häufigkeit der (Links-)Rechtsurteile einer Versuchsperson als Funktion der Intensitätsdifferenz ΔI zwischen beiden Ohren aufgetragen. Die Reizdarbietung erfolgte über Kopfhörer, wobei ΔI in 9 verschiedenen Stufen um den konstanten Betrag von 1 dB über den Bereich von -4 dB (höherer Schalldruck am linken Ohr) bis +4 dB (höherer Schalldruck am rechten Ohr) variiert wurde. Bei Kopfstellung in Geradeaus-Richtung (0°) weicht der psychophysisch bestimmte Mitteneindruck (= 50% Rechtsantworten: ΔI = -0,55 dB) nur geringfügig von der physikalischen Mitte (ΔI = 0) ab. Das linke Ohr benötigt bei dieser Versuchsperson also etwas mehr Schallintensität, ist also etwas weniger empfindlich als das rechte, was auf eine Dominanz des rechten Ohrs hinweist. Bei Kopfdrehung um 60° nach links (-) bzw. rechts (+) weicht der Mitteneindruck dagegen deutlich (um -2,55 dB bzw. +1,30 dB) von der physikalischen Mitte ab. Dies bedeutet, daß sich die wahrgenommene Schallrichtung systematisch (jeweils etwa um 2 dB) entgegengesetzt zur Kopfrichtung verlagert.

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