Lexikon der Neurowissenschaft

Sucht

Die WHO gibt folgende Definition für Sucht und Abhängigkeit (1964):

"Sucht ist ein Zustand periodischer oder chronischer Vergiftung, schädlich für den einzelnen oder/und die Gesellschaft, der durch den wiederholten Genuß eines natürlichen oder synthetischen Arzneimittels hervorgerufen wird. Zur Sucht gehören 1. ein dringendes Verlangen oder ein echtes Bedürfnis (Zwang), die Einnahme des Mittels fortzusetzen und es unter allen Umständen in die Hand zu bekommen; 2. die Tendenz, die Dosis zu steigern; 3. die psychische und meist auch physische Abhängigkeit von der Wirkung des Mittels."

"Abhängigkeit ist ein Zustand (psychisch oder auch physisch), der aus der Wechselwirkung eines Pharmakons mit dem lebenden Organismus entsteht und durch Verhaltens- und andere Reaktionen charakterisiert ist, zu denen immer der Drang gehört, das Pharmakon periodisch oder wiederholt einzunehmen, um dessen psychische Effekte zu erleben, und in manchen Fällen auch, um die unangenehmen Effekte seines Fehlens zu vermeiden."

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