Lexikon der Neurowissenschaft



Telencephalon

Abb. 3: Schema zur Erklärung der Hemisphärenrotation bei manchen Säugetieren (Primaten, Wale).

Oben ist eine Hirnanlage (Ansicht von links hinten oben) vor dem Einsetzen der Rotation abgebildet. Die generellen Lagebeziehungen sind identisch mit denen der übrigen Wirbeltiere. Der mediale Cortex (rot) liegt an der dorsalen Innenseite der Hemisphären, der laterale Cortex (blau) an der Außenseite. Die massive Expansion (schwarze Pfeile) des Neocortex (grün) bewirkt eine Wachstumsbewegung der Hemisphären, die sich beiderseits rückwärts, abwärts, und dann wieder vorwärts um den Hirnstamm winden (graue Pfeile).

Unten ist das Resultat anhand einer Seitenansicht der linken (links) und einer Innenansicht der Schnittfläche einer rechten Hemisphäre (rechts) dargestellt. Der Hirnstamm ist weggelassen. Als Resultat der Rotation der Hemisphären sind der Temporallappen und die Fissura lateralis (Sylvius-Furche) entstanden. Der "Drehpunkt" der Rotation (symbolisiert durch das Fadenkreuz) liegt in der Tiefe der Sylvius-Furche, in der Insula (Insel, siehe Abb. 4). Auch Strukturen im Innern der Hemisphäre, so z.B. Teile des Seitenventrikels (dessen Unterhorn) und Teile des Caudatums (dessen Schweif) werden von der Drehung erfaßt und in den Temporallappen verlagert. An der rechten Hemisphäre ist zu erkennen, daß sowohl der Balken (Corpus callosum) als auch der Fornix ihre Gestalt der Hemisphärenrotation verdanken. Der Hippocampus (der mediale Cortex) wird aus seiner ursprünglichen Lage in den Temporallappen gezogen, er gerät dort in die Nachbarschaft der olfaktorischen (ursprünglich lateralen) Cortices und der Amygdala. Auch diese wurden durch die Rotation von der Seitenfläche der Hemisphären an die vordere Innenseite des Temporallappens verlagert. Farbcode und Abk. siehe Abb. 1.

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