Lexikon der Neurowissenschaft

Tetanustoxine

Wirkungsmechanismus:

Das von den Bakterien freigesetzte Protein wird durch Spaltung in 2 Untereinheiten (über Disulfidbrücken verbunden) aktiviert. Die schwere Untereinheit bildet einen Kanal durch die Vesikelmembran aus, durch den die leichte Untereinheit des Toxins ins Cytoplasma der Nervenzelle gelangt und durch Interaktion mit den synaptischen Vesikeln die Exocytose des Transmitters verhindert. Dies geschieht wahrscheinlich durch Zerstörung von Synaptobrevin. Botulinustoxin besitzt denselben Wirkungsmechanismus wie Tetanustoxin. Die unterschiedlichen Wirkungen von Tetanustoxin (Krampfanfälle) und Botulinustoxin (Lähmungen) sind deshalb wahrscheinlich nur auf den unterschiedlichen Wirkungsort der Toxine (Tetanustoxin im Rückenmark, Botulinustoxin lokal in den Neuronen) zurückzuführen, der durch die schwere Untereinheit des Tetanustoxins bedingt wird.

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