Lexikon der Neurowissenschaft

Willkürmotorik

2 Willkürmotorik und Reflexe:

Willentliche Bewegungen unterscheiden sich von Reflexen in mehrfacher Hinsicht:

- Willensbewegungen sind intentional, komplex, variabel und können abhängig von der Situation einen ganz unterschiedlichen Verlauf nehmen; Reflexe sind stereotype Reaktionen auf bestimmte Reize und laufen auch ohne Bewußtsein bzw. unbewußt ab (z.B. Pupillenreaktion).

- Die Effektivität von Willkürbewegungen verbessert sich mit zunehmender Erfahrung; das ist bei Reflexen nicht der Fall.

- Willkürbewegungen sind im Gegensatz zu Reflexen nicht notwendig eine direkte Reaktion auf Reize, sondern können ohne diese durch das Zentralnervensystem erzeugt werden. Die höheren motorischen Systeme können im Gegensatz zur reflektorischen Motorik den Informationsgehalt von Reizen verrechnen, ohne daß diese eine Bewegung auslösen müssen.

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