Lexikon der Neurowissenschaft

Quantentheorie

3 prominente Beispiele für spekulative Versuche, Bewußtseinsprozesse mit Hilfe quantenphysikalischer Prozesse zu erklären und umgekehrt:

- die Quantentheorie berücksichtigt die Existenz bewußter Beobachter (Werner Heisenberg, Wolfgang Pauli)

- die Quantentheorie enthält eine Theorie des Bewußtseins, denn sie handelt von Beobachtern und somit letztlich von subjektiven Erlebnissen (Henry Stapp)

- Dualismus von Welt und Beobachter (John von Neumann, Henry Stapp)

- Komplementarität entspricht dem Aspektdualismus von Psychischem und Physischem (John Smythies)

- Physik ist nicht ohne Bewußtsein verständlich; Postulat eines nichtphysikalischen individuellen und universellen Bewußtseins (Euan J. Squires)

- Idealismus: Das Bewußtsein bestimmt das Sein, d.h. den Ausgang der Meßprozesse (John von Neumann, Fritz London, Edmond Bauer, Eugene Wigner)

- nichtphysisches Bewußtsein bringt ideale Quantenobjekte erst zur Realität bzw. bestimmt den Kollaps der Wellenfunktion (Amit Goswami, Ludvik Bass)

- Quantensprünge für die menschliche Willensfreiheit (Pascual Jordan, John Eccles, David Hodgson)

- partizipatorisches anthropisches Prinzip: Bewußtsein und physische Welt bedingen und konstituieren sich wechselseitig (John Archibald Wheeler)

- Viele-Bewußtseine-Interpretation: Der Kollaps der Wellenfunktion bei quantenmechanischen Meßprozessen findet nicht statt, sondern das Bewußtsein spaltet sich gleichsam auf in einzelne Bewußtseine, die jeweils den unterschiedlichen Ausgang der Messungen repräsentieren (David Albert, Brian Loewer, Matthew J. Donald, H. Dieter Zeh)

- neutraler Monismus: verborgene Variablen, implizite Ordnung und Ganzheit (David Bohm)

- neutraler Monismus: quantisierte Information (John A. Wheeler, Anton Zeilinger)

- Quantenreduktionismus: Bewußtsein basiert auf Identität räumlicher Ganzheiten wie Bose-Einstein-Kondensat (Ian N. Marshall)

- Gehirn ist Quantencomputer (Michael Lockwood)

- Quanteneffekte an Synapsen als Schlupflöcher für den Eingriff eines nichtphysischen Geistes in das Kausalgewebe der Natur (Pascual Jordan, Henry Margenau, Hans Jonas, John C. Eccles, Friedrich Beck)

- neue Physik (Quantengravitationstheorie) nötig zum Verständnis von Bewußtsein (Roger Penrose)

- Quantenkohärenzen in Mikrotubuli als Bewußtmacher (Stuart Hameroff, Roger Penrose)

- Panpsychismus: Bewußtsein schon bei Elementarteilchen (Alfred N. Whitehead, Andrew A. Cochran, Abner Shimony)

- Überwindung des Psyche-Soma-Dualismus in der Medizin (Friedrich Schmahl, Carl Friedrich von Weizsäcker)

- Quantentheorie als Erklärungsansatz für Psi-Phänomene (Robert Jahn, Brian Josephson)

- alles hängt mit allem zusammen und hat Sinn (Fritjof Capra)

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