Lexikon der Neurowissenschaft

Echoorientierung

2 Spezialitäten des Hörsystems von Fledermäusen:

In Anpassung an das Hören hoher Frequenzen ist das Trommelfell der Fledermäuse besonders dünn und flächenmäßig erheblich kleiner als bei anderen Säugetieren vergleichbarer Größe. Die in einer Knochenkapsel eingelagerte Cochlea ist nur über Bindegewebe mit der Schädelbasis verbunden und zudem durch Fetteinlagerungen von dieser isoliert. Dadurch wird eine Schallübertragung beim Ausstoßen der Peillaute durch Knochenleitung verhindert. Der Innenohrkanal ist übermäßig lang. Zudem ist die Basilarmembran in ihnem basalen Teil, dem Ort, an dem Ultraschallfrequenzen perzipiert werden, stark vergrößert. Weiterhin ist die Refraktärzeit der akustischen Nervenzellen um den Faktor 10 geringer als bei anderen Säugetieren. Außerdem wurden Nervenzellen entdeckt, die noch Zeitdifferenzen zwischen 2 eintreffenden Echos von 60-65 μs registrieren können. Für die Richtungslokalisation eines Echos besitzen die Tiere Nervenzellen, die Zeitunterschiede von 100 μs zwischen dem Eintreffen des Signals am linken und rechten Ohr auflösen können.

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