Lexikon der Neurowissenschaft

Extinktion

In der Physik bedeutet Extinktion die frequenz- bzw. stoffabhängige Schwächung der Intensität einer Strahlung durch Absorption, Streuung und Reflexion in bzw. an Materie, in der Biophysik speziell die Extinktion eines durch eine Lösung geschickten Lichtstrahls bestimmter Wellenlänge. Die Extinktion ist definiert durch die Gleichung: E = lg(I0/I), wobei I0 die Intensität des in eine Lösung einfallenden, I die des austretenden Lichts ist. Eine Extinktion von 1 (bzw. 2) bedeutet somit, daß das austretende Licht um den Faktor 10 (bzw. 100) geschwächt ist. Die Konzentration c eines lichtabsorbierenden Stoffes, der in einer optisch durchlässigen Flüssigkeit (Wasser, nichtaromatische organische Lösungsmittel) gelöst ist, steht mit der Extinktion in dem Zusammenhang: E = εM·c·d, wobei d der Lichtweg (cm) und εM der für jeden Stoff charakteristische molare Extinktionskoeffizient ist (identisch mit der Extinktion bei der Konzentration 1 Mol/l, gemessen bei einer Schichtdicke der Lösung von 1 cm). Die Messung der Extinktion ist in der Biochemie ein wichtiges Hilfsmittel zur quantitativen Bestimmung zahlreicher Biomoleküle, besonders von Coenzymen (bei Enzymkinetiken), Proteinen (280 nm), Nucleotiden und Nucleinsäuren (260 nm).

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