Lexikon der Neurowissenschaft

Geruchsrezeptoren

Bei der hochempfindlichen Geruchsdetektion der Insekten wird anhand oft nur weniger geruchsauslösender Moleküle (Pheromone, z.B. Bombykol beim Seidenspinner, Periplanon bei Schaben) eine gezielte Bewegung oder Handlung (z.B. Partnerfindung) ausgelöst. Da das jeweilige "Duftbukett" nur aus wenigen, chemisch einfachen Substanzen in eindeutiger Stöchiometrie zusammengesetzt ist, werden prinzipiell nur wenige Rezeptortypen benötigt, die aber zu einer hohen Signalverstärkung führen müssen. Bei männlichen Schaben konnte nachgewiesen werden, daß sie auf ihren Antennen insgesamt ca. 200000 Duftrezeptoren besitzen, von denen allein etwa 72000 nur für die Sexuallockstoffe der Weibchen, Periplanon A und B, selektiv sind. Daraus erklärt sich die ungeheure Empfindlichkeit der Schabenmännchen für diese Pheromone. Viele Insekten haben jedoch neben diesen spezifischen Pheromonrezeptoren auch eine Vielzahl anderer Geruchsrezeptoren, mit denen sie ein weites Geruchsspektrum abdecken. So wurde für Bienen nachgewiesen, daß sie annähernd dieselben Gerüche wahrnehmen können wie der Mensch.

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