Lexikon der Neurowissenschaft

Geschlechtsunterschiede aus neurowissenschaftlicher Sicht

2 Die Hormonabhängigkeit kognitiver Leistungen ist nicht nur geschlechtsspezifisch. Bei Männern ist ein testosteronabhängiger Jahresrhythmus festzustellen. Bei Frauen schwanken die Fähigkeiten während des Menstruationszyklus mit dem Östrogenspiegel.

Der im Vergleich zum männlichen Geschlecht immer relativ hohe Östrogenspiegel der Frau erhöht die Schwelle für Schizophrenie bei der Frau. Nach der Monatsblutung, wenn der Östrogenspiegel ansteigt, schützt das Östrogen bis zu einem gewissen Grad auch Frauen, bei denen die Krankheit ausgebrochen ist, vor schizophrenen Symptomen, deren Stärke mit dem Abfall des Östrogenspiegels erneut zunimmt. Der relative Schutz der Frau vor der Erkrankung geht mit den Wechseljahren verloren. In diesem Zusammenhang wurde in Tierversuchen nachgewiesen, daß Östrogene die Empfindlichkeit von Dopaminrezeptoren (Typ 2) vermindern, also neuromodulatorisch wirken.

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